In 7 Schritten zur Problemstellung – dein interaktiver Guide

In 7 Schritten zur Problemstellung – dein interaktiver Guide

Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftsdidaktik

Organisationseinheit

Bachelor, Master

Studienform

Förderprogramm / Auszeichnung

05/2025 bis 05/2026

Förderzeitraum

„In 7 Schritten zur Problemstellung“ ist ein interaktiver, selbstgesteuerter Moodle-Kurs für Studierende der Wirtschaftspädagogik. Er richtet sich insbesondere an Studierende mit wenig Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten und Schreiben und unterstützt sie bei einem zentralen Schritt wissenschaftlichen Arbeitens – der Entwicklung einer Problemstellung. Der Kurs ermöglicht es, die einzelnen Bestandteile einer Problemstellung schrittweise und eigenständig zu erarbeiten und daraus einen ersten Entwurf für die eigene wissenschaftliche Arbeit zu entwickeln.

Viele Studierende stehen zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Arbeit vor einer zentralen Herausforderung: der Entwicklung einer wissenschaftlichen Problemstellung. Genau hier setzt der Kurs an. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere dieser erste Schritt den Studierenden häufig schwerfällt. Fragen zur Themenwahl und -eingrenzung, zum Problemkern oder zum disziplinären Bezug müssen geklärt werden – zentrale Aspekte, die das Fundament der gesamten Arbeit bilden. Der Kurs wurde entwickelt, um Studierende gezielt bei diesem Einstieg zu unterstützen.

Das Konzept basiert dabei sowohl auf didaktischen Überlegungen zum wissenschaftlichen Arbeiten als auch auf Erfahrungen aus der Lehre: Ein nachhaltiges Verständnis entsteht nicht allein durch die Vermittlung theoretischen Wissens, sondern vor allem durch Anwendung, Übung und Zeit zur eigenen Auseinandersetzung mit den Inhalten. Daher ist der Kurs als interaktives, selbstgesteuertes Lernangebot gestaltet. Studierende arbeiten sich eigenständig durch die Inhalte und setzen das Gelernte direkt um.

Der Kurs versteht sich als Übungs- und Unterstützungsangebot, das Studierenden mit wenig Schreiberfahrung einen niedrigschwelligen Zugang ermöglicht.
Ziel ist es nicht, unmittelbar eine perfekte Problemstellung zu entwickeln. Vielmehr sollen die Studierenden die zentralen Bausteine einer wissenschaftlichen Problemstellung kennenlernen, selbst erarbeiten und am Ende einen ersten Entwurf für ihre eigene Problemstellung in der Hand halten.

Der Moodle-Kurs ist so aufgebaut, dass Studierende die Bestandteile einer wissenschaftlichen Problemstellung eigenständig und im eigenen Tempo erarbeiten können. Sie entscheiden selbst, wann und in welcher Reihenfolge sie sich mit den Inhalten beschäftigen, können Abschnitte wiederholen und das Gelernte direkt auf die eigene Arbeit anwenden.

Der Kurs besteht aus sieben Bausteinen, die jeweils einen zentralen Bestandteil einer wissenschaftlichen Problemstellung aufgreifen – etwa die Eingrenzung des Themas, die Formulierung des Problemkerns oder die Einordnung in den disziplinären Kontext. Alle Bausteine folgen einem einheitlichen Aufbau aus Einführung, Übung und Anwendung. Jeder Baustein ist dabei als in sich abgeschlossene Einheit konzipiert. Nach der Bearbeitung liegt jeweils ein konkretes Ergebnis vor, etwa ein erster Entwurf für einen möglichen Problemkern, eine eingegrenzte Themenidee oder erste Überlegungen zu geeigneten Forschungsmethoden zur Beantwortung einer möglichen Fragestellung.

In der wissenschaftlichen Praxis entwickelt sich eine Problemstellung in der Regel nicht geradlinig, sondern in einem iterativen, oft zirkulären Prozess. Einzelne Bestandteile entstehen nicht isoliert, sondern werden im Verlauf immer wieder überarbeitet, miteinander verknüpft und weiter präzisiert. Der Kurs bildet diesen komplexen Entwicklungsprozess bewusst nicht vollständig ab, sondern reduziert ihn didaktisch. Diese Reduktion erfolgt bewusst und orientiert sich an der Zielgruppe: Studierende mit wenig Schreiberfahrung erleben die gleichzeitige Auseinandersetzung mit allen Aspekten einer Problemstellung erfahrungsgemäß häufig als überfordernd. Stattdessen wird der Prozess in klar abgegrenzte, überschaubare Schritte überführt. Jeder Baustein fokussiert einen Teilaspekt und ermöglicht es, diesen zunächst isoliert zu verstehen und zu bearbeiten. Auf diese Weise entstehen konkrete Zwischenergebnisse, die Orientierung geben und den Lernprozess strukturieren.

Ziel dieser Vorgehensweise ist es nicht, den wissenschaftlichen Arbeitsprozess vollständig abzubilden, sondern Studierenden mit wenig (Schreib-)Erfahrung im wissenschaftlichen Arbeiten einen leicht zugänglichen Einstieg zu ermöglichen. Die vereinfachte Struktur dient dabei als Lernhilfe, um ein grundlegendes Verständnis zu entwickeln und erste eigene Ansätze zu formulieren. Darauf kann im weiteren Verlauf des wissenschaftlichen Arbeitens – etwa in der Betreuung oder in Lehrveranstaltungen – aufgebaut werden. Der Kurs ist als zusätzliches Unterstützungsangebot konzipiert und kann von Studierenden freiwillig genutzt werden.

Die Entwicklung des Kurses war mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, insbesondere durch die technische Einarbeitung, das Testen einzelner Elemente und die didaktische Ausarbeitung der Inhalte. Die grundlegende Konzeption – die schrittweise, bausteinorientierte Erarbeitung der Problemstellung – erscheint jedoch vielversprechend, insbesondere im Hinblick auf die erwarteten Lernfortschritte. Zudem ist der Kurs so angelegt, dass er nach seiner Entwicklung wiederholt eingesetzt und genutzt werden kann, womit sich der anfängliche Aufwand mittel- bis langfristig relativiert.

Der spannendste Teil des Projekts steht jedoch noch bevor: die Test- und Evaluationsphase. Hier wird sich zeigen, wie das Konzept in der Praxis funktioniert und wie es von den Studierenden tatsächlich angenommen wird. Im Fokus steht dabei die Frage, wie sie mit dem Kurs arbeiten, ob die angestrebten Lernziele erreicht werden und inwiefern das Angebot als hilfreich und motivierend wahrgenommen wird. In dieser Phase werden freiwillige Studierende der Wirtschaftspädagogik den Kurs erproben. Ihr Feedback bildet die zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung und Optimierung des Angebots.

Parallel dazu wird der Kurs aktuell in Begleitung der IDEAL-Coaches weiterentwickelt. Dabei stehen insbesondere technische Fragen der Umsetzung in Moodle sowie die Integration von Elementen des Gameful Learning im Fokus. Ziel ist es, die Handhabbarkeit des Kurses weiter zu verbessern und gleichzeitig die Motivation der Studierenden zu erhöhen. Besonders interessant ist dabei, wie spielerische Elemente sowie die bewusst vereinfachte, schrittweise Darstellung des eigentlich viel komplexeren Prozesses von den Studierenden aufgenommen werden.

Die Erkenntnisse aus dieser Phase bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung des Kurses. Perspektivisch ist es das Ziel, das Angebot an die Bedürfnisse der Studierenden anzupassen. Im Zentrum steht jedoch zunächst die spannende Frage, wie sich das Konzept in der Praxis bewährt.

Zuletzt aktualisiert: Apr. 29, 2026

  • Houdä Lenzen, M.A.

    Mercator School of Management (BWL)

    Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik und Wirtschaftsdidaktik

    houdae.lenzen@uni-due.de

    (0203) - 379 4320