Der erste wesentliche Bestandteil der Lehrveranstaltung ist die selbstständige Erarbeitung eines Revisionsprozesses in Form eines interaktiven Planspiels: von der Planung über die Durchführung bis zum Reporting und einem nachträglichem Follow-Up. Die Zielsetzung hierbei ist das „Erleben“ der Revisionspraxis mit verschiedenen Entscheidungsoptionen, der Integration von Rahmenbedingungen und plötzlichen Veränderungen und der Interaktion mit verschiedenen Stakeholdern. Abbildung 1 stellt einen allgemeinen Prozess der Revisionspraxis dar.

Abbildung 1: Prüfungsprozess innerhalb einer Internen Revision.
Die Studierenden werden durch eine Kombination von Entscheidungen, interaktiven Erläuterungen, Multiple-Choice-Fragen und „externen Einflüssen“ innerhalb des Prozesses nicht nur in der praxisorientierten Anwendung von bestehendem Revisionswissen geschult, sondern auch in der analytischen Planung, Durchführung und abschließenden Dokumentation bzw. Kommunikation ihrer Ergebnisse. Jede Einzelphase ist dabei zwar eine eigenständige Aufgabe mit entsprechender Lösung, allerdings sind alle Phasen miteinander verbunden, sodass die Studierenden im Sinne eines interaktiven Planspiels auch die Auswirkungen ihrer Entscheidungen oder Antworten erkennen können. Die Studierenden erarbeiten die Inhalte iterativ und ergänzen die Präsenzphasen durch Selbstlernphasen. Ein kursweites Feedback generiert zusätzlich Lerneffekte, indem die Lösungen kritisch reflektiert werden.
Der zweite Bestandteil der Lehrveranstaltung umfasst eine strukturierte Datenanalyse, die nicht nur das analytische Denken der Studierenden fördert, sondern auch das Verständnis von moderner Unternehmensüberwachung steigert und direkte Lerneffekte bei der Prüfung und Verbesserung von Prozessen oder Sachverhalten ermöglicht. Hierbei wird ein umfangreiches Datenmaterial durch sinnvolle Filter, Regeln, etc. dahingehend analysiert, dass idealerweise Evidenz für Abweichungen und potentielle Risiken identifiziert werden können.
Die Studierenden erhalten bei diesem Ansatz die Möglichkeit auf ein fiktives „Corporate Data System“ zuzugreifen und die aus ihrer Sicht relevanten Daten in ihre persönliches „Audit Data Warehouse“ zu laden. Anschließend werden die Daten durch jede Studierendengruppe am PC transformiert und analysiert. Die Studierenden erhalten hier ein reales Beispiel für Revisionspraxis.
Die Ergebnisse werden in die Lehrveranstaltung rückgekoppelt, indem die gefundenen Lösungen der Studierenden in der nächsten Präsenzveranstaltung vorgestellt und diskutiert werden und in Moodle als Lösungsansätze für die jeweils anderen Studierenden zugänglich gemacht werden. Hierdurch entsteht ein weiterer Lerneffekt, da nicht nur die Studierenden ihre jeweils eigene bzw. Gruppenlösung nutzen können, sondern auch die Ansätze und Herangehensweise der übrigen Studierenden nachvollziehen.