Game-Based Internal Audit
Im Projekt erarbeiten die Studierenden Fallstudien der Internen Revision. Hierbei wird der Ansatz des Game-Based-Learnings verfolgt, indem die Studierenden durch die Einbindung spielerischer Elemente den Prüfprozess durchlaufen, Drucksituationen in der Praxis erleben und zielführende Entscheidungen treffen.
Echter Einblick in die Revisionspraxis
Die Vernachlässigung der Praxiskomponenten in der Lehre zur Internen Revision ist besonders dem Umstand geschuldet, dass es in der deutschen Universitätslandschaft nur an der Universität Duisburg-Essen einen Lehrstuhl für Interne Revision mit spezialisierten Lehrveranstaltungen gibt. Aufgrund dieses Alleinstellungsmerkmals müssen die Kenntnisse im Bereich der Revision bei den Studierenden grundlegend aufgebaut werden. Praxisbezug ist hierbei zentral, weshalb es erforderlich ist, die Praxisperspektive und die Selbsterarbeitung von Revisionsthemen, -problemstellungen und -prozessen zu fördern. Hierdurch werden die Studierenden ganzheitlich ausgebildet und haben sowohl für eine spätere Karriere in der Wissenschaft, als auch in der Praxis das nötige Wissen auf theoretischer und praktischer Ebene.
Interaktiver, storybasierter Ansatz
Vor diesem Hintergrund unterstützt das Projekt die Studierenden auch dabei, dass das Engagement für die selbstständige Erarbeitung von Lerninhalten erhöht wird. Praxisbeispiele für eine entsprechend nutzbare Spielmechanik sind die Verwendung von Geschichten und Rollenspiele, die Verfolgung von Einzelaufgaben zur Wissenserarbeitung und das Erringen von Einzelerfolgen, inklusive Feedback und Demonstration des Spielfortschritts. Zudem kann der Einsatz von Ranglisten dazu führen, eine mögliche Wettbewerbssituation zwischen den Studierenden zu erschaffen. Diese Projektidee nutzt ein grundlegendes Element der Gamification, nämlich die Verwendung eines interaktiven, storybasierten Ansatzes (zur Bereitstellung von Internen Revisionsinhalten).
Fallstudien bearbeiten
Die Bearbeitung der Fallstudie kann dabei sowohl Bestandteile für einzelne Studierende enthalten, als auch Gruppenaufgaben, sodass die Revisionspraxis dabei bestmöglich abgebildet werden kann. Die Ergebnisse werden sowohl bei den Einzelphasen als auch nach Abschluss der gesamten Aufgabe verglichen, sodass die Teilnehmer*innen ihre Leistung auch im Vergleich zu übrigen Studierenden einschätzen können. Die angestrebte Lösung kann dabei sowohl für verschiedene Veranstaltungen zum Thema Revision genutzt werden, als auch als separate Prüfungsleistung (im Sinne eines Projektseminars) regelmäßig angeboten werden.
Die ausgewählten Fallstudien wurden in einzelne Projektbestandteile aufgegliedert (bspw. Planungsphase, Vorbereitung, Durchführung etc.), sodass für jeden Bestandteil zunächst der zielführende spielerische Mechanismus identifiziert und dann die Umsetzung angegangen wurde. Während die Planungsphase vornehmlich das logische und analytische Denken schulen soll, wird im Rahmen der Prüfungsvorbereitung eine selbstständige Analyse von Daten angestrebt. Die Durchführungsphase bietet neben Textinhalten und Daten auch den Zugang zu zuvor aufgenommenen Videosequenzen, welche die Interviews im Rahmen der Revisionsprüfung vorstellen. Die letzte Phase soll den Studierenden bei der Berichterstattung und Präsentation der Ergebnisse helfen und als Endergebnis einen Projektbericht einfordern.
Das Projekt konnte im Wintersemester 2019/2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Die Studierenden haben für sich eine Praxisrelevanz identifiziert und konnten die spielerischen Entscheidungen gut nachvollziehen. Durch das Konzept konnten sich die Studierenden die Themen selbst erarbeiten, die notwendigen Entscheidungen treffen und die Revisionspraxis praktisch erleben.
Die Konzeptentwicklung wurde im Vorfeld sehr eng von Studierenden begleitet: Die Studierenden haben Aufgaben live getestet, um Schwachstellen entdecken zu können.
Zuletzt aktualisiert: Dez. 2, 2025
Prof. Dr. Marc Eulerich
Mercator School of Management (BWL)
Lehrstuhl für Interne Revision
marc.eulerich@uni-due.de
(0203) - 379 2600





