Um diese Ziele zu erreichen, wurden in der Lehrveranstaltung verschiedene Lehr-/Lernmethoden genutzt. Neben Lehrvorträgen, in denen insbesondere komplexe Zusammenhänge erläutert wurden, haben die Studierenden Übungsaufgaben in Heimarbeit erarbeitet und ihre Lösungen in der Lehrveranstaltung vorgestellt. Diese Lösungen wurden jeweils im Plenum diskutiert. Die Studierenden wurden beispielsweise aber auch gefragt, was in der Präsenzveranstaltung behandelt werden sollte, damit sie den Bezug zu ihren eigenen Zielen stets herstellen konnten. Zusätzliche spielerische Elemente lockerten die Lehrveranstaltung auf, indem die Studierenden beispielsweise in zwei Gruppen aufgeteilt wurden und mit Quizfragen zum Inhalt der vergangenen Woche gegeneinander antraten. Auch wurden während der Lehrveranstaltung Coaching-Fragen genutzt, um die Studierenden dazu einzuladen, sich nicht nur mit dem Inhalt, sondern auch mit dem eigenen Lernprozess auseinander zu setzen. Die Lernmaterialien wurden online auf Moodle zur Verfügung gestellt, sodass ein orts- und zeitunabhängiges Lernen ermöglicht wurde. Die Studierenden hatten in Moodle die Möglichkeit, sich in Foren unabhängig vom Präsenzunterricht in der Gruppe auszutauschen. Ein weiteres wichtiges Element war die Veranschaulichung von Algorithmen durch Choreografien bzw. Bewegungsabläufen. Selbst Teil eines Algorithmus zu werden und ihn mit anderen Studierenden auf der Bühne wortwörtlich durchzugehen, erlaubt eine andere Sicht auf das, was dort geschieht. Zudem kann das räumliche Gedächtnis genutzt werden.
Ein Beispiel hierfür war der Algorithmus zum Einfügen von Werten in einen so genannten „Binären Suchbaum“. Hierbei ist nach einem festgelegten Verfahren der neue Wert mit den schon im Baum vorhandenen Elementen zu vergleichen, bis schrittweise die korrekte Einfügestelle gefunden ist. So entsteht eine auf eine bestimmte Art vorsortierte Datenstruktur, die es erlaubt, einmal eingefügte Werte schnell wiederzufinden.
Um dies zu demonstrieren, wurden mehrere Studierende im Audimax auf die Bühne gebeten und bekamen Zahlen (Beispielwerte) angeheftet (siehe Abbildung 1). Statt nun den Algorithmus nur gedanklich oder auf dem Papier nachzuvollziehen, musste man als „Teilnehmer des Algorithmus“ (hier im Beispiel der noch abseits stehende Studierendende mit der Nummer sechs) sich selbst durch den Baum „durchhangeln“, um „seinen Platz“ zu finden. Konzepte der Datenstruktur wie die Verweise eines Elements auf seinen „linken und rechten Teilbaum“ wurden durch den linken und rechten Arm dargestellt.
Abbildung 1: Der lebende Binärbaum