A Writers‘ conference – Improving students‘ academic writing skills

A Writers‘ conference – Improving students‘ academic writing skills

Institut für Anglophone Studien

Organisationseinheit

Format

04/2016 bis 08/2016

Förderzeitraum

Im Projekt A Writers‘ conference – Improving students’ academic writing skills bringen die Studierenden im Rahmen verschiedener “Writers’ Conferences” selbst verfasste Texte ins Seminar, zu denen sie dann von ihren Kommiliton*innen eine kriteriengeleitete Rückmeldung erhalten. Hierdurch werden die Studierenden darauf vorbereitet, ihre erste Hausarbeit zu verfassen.

Die Prüfungsleistung des Seminars Contrastive Linguistics; English and German (circa 40 Studierende) ist eine 10- bis 12-seitige Hausarbeit, die für die Studierenden die erste wissenschaftliche Arbeit im Studienverlaufsplan der Anglistik darstellt. Dabei wählen Studierende selbstständig einen eigenen Schwerpunkt und gliedern ihr Thema entsprechend. Dies führte in der Vergangenheit vermehrt zu Problemen. Aus vorherigen Semestern ist bekannt, dass Studierende sowohl die Themenfindung als auch das Verfassen einer Hausarbeit bereits als große Herausforderungen sehen. Daher wurde im Projekt versucht, mit Hilfe der Writers’ Conference gegenzusteuern, indem bereits Vorbesprechungen stattfanden und Feedback noch vor Abgabe der Hausarbeit anhand eines im Seminar erstellten Kriterienkatalogs gegeben wurde.

Im Verlauf des Seminars werden vier Schreibkonferenzen durchgeführt, zu denen die Studierenden eine schriftliche Hausaufgabe (Übersetzung bzw. Essay zu einem an die Seminarsitzung angepassten Thema) mitbringen. Die Studierenden werden in Kleingruppen mit jeweils drei Personen eingeteilt und in die Methode der Writers‘ Conference eingeführt. Im Rahmen dieser Schreibkonferenz reichen drei Studierende ihre Texte jeweils an den/die Nächste/n ihrer Gruppe, lesen die Texte ihrer Kommiliton*innen kritisch und geben ihnen anschließend Feedback mit Hilfe des Kriterienkatalogs, der zuvor zusammen erstellt wurde. Nachdem der erste Text besprochen und rückgemeldet ist, wird erneut getauscht und diskutiert, bis jede/r Teilnehmer*in ihren/seinen eigenen Text zurückerhält. Durch diese Methode wird sichergestellt, dass jede/r Teilnehmer*in mindestens zwei Rückmeldungen zu den zuvor verfassten Texten erhält, die mit der Theorie abgeglichen werden. Neben den schriftlichen Ausarbeitungen werden ebenfalls mündliche Kommunikationsformen trainiert, da die Studierenden argumentativ in die Textdiskussion gehen und ihre Meinung vertreten müssen. Im letzten Schritt wird innerhalb der Kleingruppen ein Text gewählt, der nach Meinung der Teilnehmer*innen besonders gut, schlecht, interessant etc. verfasst worden ist bzw. den wissenschaftlichen Kriterien am ehesten entspricht. Dieser Text wird im Plenum vorgestellt und Schwierigkeiten können angesprochen werden. Für die dritte und vierte Writers‘ Conference werden die Studierenden gebeten, einen Kurzessay und die Einleitung ihrer Hausarbeit zu verfassen. In der finalen Schreibkonferenz werden die „besten“ Einleitungen zur Hausarbeit gekürt. Als Preis winkt ein vorab exklusives und schriftliches Feedback der drei besten Einleitungen durch die Lehrende, noch bevor diese eingereicht und benotet werden. Dieser Ansporn sorgt unter den Studierenden für viel Motivation, sich erneut ihrer Einleitung zu widmen und diese zu überarbeiten. Beim finalen Pitch wird dann aus jeder Gruppe die beste Arbeit vorgelesen und anschließend im Plenum abgestimmt. Die Arbeiten, die die drei meisten Stimmen erhalten, gewinnen das Feedback und können ihre Einleitungen bei der Lehrenden einreichen.

Die Verwendung einer Schreibkonferenz in der akademischen Lehre und die damit einhergehende Förderung der Schreibkompetenzen der Studierenden hat gezeigt, dass diese Kombination eine ideale Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten bietet, da die Teilnehmer*Innen sich bereits vor Anfertigung der Arbeit mit einem Thema auseinandergesetzt und Feedback zu ihrer Herangehensweise erhalten haben. „Schreiben als ganzheitlicher Prozess“ (Becker-Mrotzek & Böttcher 2006; Hayes & Flower 1980) beinhaltet ein regelmäßiges Arbeiten an den eigenen Texten und eine kritische Auseinandersetzung mit anderen Texten, wodurch die Teilnehmer*Innen ihre Schreibkompetenzen festigen und zusätzlich Reflexionskompetenzen ausbilden konnten. Dies wirkte sich wiederum positiv auf den einzelnen Schreibprozess aus. Der Mehrwert lag für beide Seiten auf der Hand: Studierende profitierten von einem kriteriengeleiteten Schreibprozess, Lehrende von angenehmen Korrekturerfahrungen und einer praktikablen Umsetzung. Das Konzept kann in unterschiedlichen Lehr-Lernkontexten genutzt und an diese angepasst werden.

Becker-Mrotzek, M. & Böttcher, I. (2006). Schreibkompetenz entwickeln und beurteilen. Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin: Cornelsen-Scriptor.

Hayes, J.R. & Flower, L.S. (1980). Identifying the Organization of Writing Processes. In: Gregg, L.W. & Steinberg, E.: Cognitive Processes in Writing. Hillsdale: Lawrence Erlbaum Associates.

Das Projekt A Writers‘ conference – Improving students‘ academic writing skills wurde mit dem Innovationspreis für hochschuldidaktische Innovationen in der Lehrpraxis 2016 ausgezeichnet.

Zuletzt aktualisiert: Nov. 27, 2025

  • Dr. Katharina Golitschek Edle von Elbwart

    Fakultät für Geisteswissenschaften

    Institut für Anglophone Studien

    katharina.elbwart@uni-due.de

    (0201) - 183 3075