WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:08.100
(Hintergrundmusik)

00:00:08.100 --> 00:00:13.066
Das Projekt heißt “The inverted EFL teachers‘ classroom“ und es ist eine, 

00:00:13.066 --> 00:00:19.066
es handelt sich dabei um eine neu zu konzipierende Einführungsvorlesung für junge Englischlehramtsstudierende,

00:00:19.066 --> 00:00:23.066
die gerade also anfangen hier bei uns zu studieren, um Englischlehrkräfte zu werden.

00:00:23.066 --> 00:00:28.332
Wir haben diese Einführungsvorlesung jetzt nach dem Inverted-Classroom-Prinzip konzipiert;

00:00:28.333 --> 00:00:34.233
das bedeutet, dass die Studierenden in Vorbereitung auf eine Vorlesungssitzung sich grundlegende Wissensbestände aneignen 

00:00:34.233 --> 00:00:39.033
aus unserem Fach, die sie brauchen und in der Sitzung haben wir dann die Möglichkeit, 

00:00:39.033 --> 00:00:43.833
diese Wissensbestände zu vertiefen und auf unterrichtspraktische Beispiele anzuwenden. 

00:00:43.833 --> 00:00:49.766
Dieses Prinzip des Inverted Classroom ist kein neues pädagogisches Prinzip;

00:00:49.766 --> 00:00:54.766
das baut auf ganz althergebrachten Prinzipien auf, wie der Handlungsorientierung oder der Lernerorientierung.

00:00:54.766 --> 00:01:00.099
(Hintergrundmusik)

00:01:00.100 --> 00:01:08.133
Das Faszinierende an diesem Projekt ist zum einen, dass es mir die Möglichkeit gibt, die Studierenden so zu unterrichten, 

00:01:08.133 --> 00:01:11.233
wie ich auch möchte, dass sie später selber in der Schule unterrichten.

00:01:11.300 --> 00:01:15.400
Und da gehört das Format der Vorlesung nicht rein.

00:01:15.400 --> 00:01:23.200
Ich habe selber Probleme mit dem Format der Vorlesung, weil es eben kein schulisches Anwendungsformat ist.

00:01:23.200 --> 00:01:29.600
Also es wird eigentlich in der Schule, da hat die Vorlesung keinen Platz und indem ich selber mit dem Inverted-Classroom-Prinzip unterrichte,

00:01:29.600 --> 00:01:35.000
kann ich meinen Studierenden eben vorleben, wie sie, also mit Unterrichtsmethoden vorleben,

00:01:35.000 --> 00:01:41.100
die sie selber in der Schule später auch so anwenden können. Und darüber hinaus finde ich es auch wirklich faszinierend, 

00:01:41.100 --> 00:01:45.166
dass das Projekt, diese Art des Unterrichts unglaublich viel Spaß macht 

00:01:45.166 --> 00:01:48.932
und auch bei den Studierenden sehr positive Resonanzen hervorruft.

00:01:48.933 --> 00:01:54.199
(Hintergrundmusik)

00:01:54.200 --> 00:01:58.200
Der größte Erfolg ist natürlich der Lernerfolg der Studierenden.

00:01:58.200 --> 00:02:03.200
Den kann ich jetzt zum Beispiel daran erkennen, dass die erste Kohorte ist jetzt in weiteren Lehrveranstaltungen 

00:02:03.200 --> 00:02:07.200
bei mir angekommen und ich merke, dass die da schon ganz anders mit den grundlegenden

00:02:07.266 --> 00:02:15.932
Konzepten unseres Faches hantieren und in der Lage sind, die ganz anders auf andere Kontexte andere Lernziele et cetera zu übertragen.

00:02:15.933 --> 00:02:20.299
Dann ist ein weiterer Erfolg, dass wir mehr Zeit gewonnen haben; 

00:02:20.300 --> 00:02:27.866
in der Vorlesung selber kann ich mich mehr um die Studierenden, ihre Fragen kümmern und auch besser verstehen,

00:02:27.866 --> 00:02:32.866
was sind eigentlich deren Fragestellungen, was sind deren Gedankengänge, wenn sie sich mit diesen Themen beschäftigen. 

00:02:32.866 --> 00:02:39.966
Und Differenzierung, Individualisierung. Es gibt uns mehr Raum, auf ja individuelle Fragen einzugehen,

00:02:39.966 --> 00:02:44.232
auf die verschiedenen Anwendungsfelder, wie zum Beispiel verschiedene Schulformen et cetera.  

00:02:44.233 --> 00:02:50.999
(Hintergrundmusik)

00:02:51.000 --> 00:02:57.233
Ich würde beim nächsten Mal drauf achten, von Anfang an in den E-Learning-Units zwischen fakultativen 

00:02:57.233 --> 00:03:00.433
und verpflichtenden Angeboten stärker zu unterscheiden.

00:03:00.433 --> 00:03:07.999
Also dass wir, solche Angebote vorbereiten, einmal die verpflichtenden, die die Studierenden auf jeden Fall jede Woche 

00:03:08.000 --> 00:03:13.200
durcharbeiten müssen und dann ein zusätzliches Angebot von möglichen optionalen Angeboten,

00:03:13.200 --> 00:03:17.200
die sie nach eigenem Bedarf und nach eigenem Wunsch durcharbeiten können.

00:03:17.200 --> 00:03:22.933
Zum Beispiel indem man Inhalte anbietet, die sich auf bestimmte Lehrämter beziehen wie 

00:03:22.933 --> 00:03:28.099
Grundschullehramt oder Lehramt Berufsschule oder Lehramt Gymnasium, Gesamtschule eben.

00:03:28.100 --> 00:03:37.466
Also eine Unterscheidung zwischen optionalen und fakultativen Inhalten, die hat sich im Laufe der Zeit als wirklich gut und tragfähig 

00:03:37.466 --> 00:03:44.199
und machbar erwiesen und ein weiterer Punkt, den ich beim nächsten Mal von Anfang noch besser einplanen würde, noch enger

00:03:44.200 --> 00:03:48.366
wäre, eine noch engere Abstimmung zwischen mir und den studentischen Hilfskräften,

00:03:48.366 --> 00:03:51.666
die mich unterstützt haben in der Erarbeitung der E-Learning-Inhalte.

00:03:51.666 --> 00:03:58.499
Ich unterrichte das Ganze ja und es hat sich gezeigt, dass wir uns im Laufe des Prozesses noch enger abstimmen müssen,

00:03:58.500 --> 00:04:01.000
was die Studierenden für mich vorbereiten. 

00:04:01.000 --> 00:04:06.266
(Hintergrundmusik)

00:04:06.266 --> 00:04:09.532
Zwei Tipps hätte ich für Kolleginnen und Kollegen.

00:04:09.533 --> 00:04:14.566
Der erste wäre, suchen Sie sich kompetente Hilfskräfte und geben Sie denen möglich,

00:04:14.566 --> 00:04:18.966
geben Sie diesen möglichst viel Freiraum, selbst kreativ zu werden in dem Projekt.

00:04:18.966 --> 00:04:24.166
Ich habe damit sehr gute Erfahrung gemacht, zum Beispiel habe ich meinen Studierenden einen Vorschlag gemacht,

00:04:24.166 --> 00:04:28.966
gesagt diese und jene Idee, diesen und jenen Inhalt brauche ich für diese Veranstaltung 

00:04:28.966 --> 00:04:33.266
und sie haben sich dann überlegt, wie sie das inhaltlich und methodisch umsetzen.

00:04:33.266 --> 00:04:37.699
Wir haben da also unsere Kompetenzen gepoolt und dabei sind ganz wunderbare Dinge rausgekommen,

00:04:37.700 --> 00:04:43.466
auf die ich alleine so gar nicht hätte kommen können und der zweite Tipp ist ein ganz einfacher:

00:04:43.466 --> 00:04:49.432
Fangen Sie klein an. Mit einem kleinen Baustein eines, einer Idee, die Sie haben und entwickeln Sie dann aufbauend auf diesen 

00:04:49.433 --> 00:04:55.133
ersten Schritt. Digitalisierung ist kein Hexenwerk. Es lohnt sich, 

00:04:55.133 --> 00:04:59.633
klein anzufangen und dann einfach zu vergrößern, je nach Zeit und Budget, was man so hat.

00:04:59.633 --> 00:05:08.266
(Hintergrundmusik)

