WEBVTT

00:00:08.760 --> 00:00:09.840
In unserem Projekt geht es

00:00:09.840 --> 00:00:13.520
darum, den Gedanken rund um Open
Educational Resources weiterzuführen

00:00:13.800 --> 00:00:16.520
und auch auf das internationale Level
auszudehnen.

00:00:17.000 --> 00:00:21.760
Wir haben aus bereits Vorarbeiten
zusammen mit Studierenden teilweise

00:00:21.760 --> 00:00:26.400
auch selbst entwickelt, etliche Module
zum Thema reflexiver Geomedienarbeit.

00:00:26.640 --> 00:00:30.920
Und das ist ein Konzept, was ziemlich
wichtig in der geographischen Bildung ist

00:00:31.280 --> 00:00:34.520
und was es deswegen auch verdient,
transportiert zu werden.

00:00:34.840 --> 00:00:37.200
Open Educational Resources sind dazu
natürlich ideal.

00:00:37.440 --> 00:00:40.320
Aber dadurch, dass wir die Module zunächst
auf deutscher Sprache hatten,

00:00:40.320 --> 00:00:42.440
ist natürlich
der Transferierbarkeit begrenzt.

00:00:42.440 --> 00:00:46.040
Und unsere Idee war es, internationale
Kolleg*innen ins Boot zu holen,

00:00:46.040 --> 00:00:50.640
mit denen wir in Feedback treten können,
die uns Hinweise geben können,

00:00:50.640 --> 00:00:52.320
die uns Rückmeldung geben können,

00:00:52.320 --> 00:00:53.800
wie wir das Ganze so gestalten können,

00:00:53.800 --> 00:00:55.800
dass es auch international
anschlussfähig ist.

00:00:55.800 --> 00:00:59.080
Und eine wichtige Voraussetzung
war dafür natürlich auch die Übersetzung.

00:00:59.800 --> 00:01:03.960
Meine Aufgabe in dem Projekt war es,
mit den Kolleg*innen in Kontakt zu treten,

00:01:03.960 --> 00:01:06.560
zu schauen, was an ihren Standorten
mit den Modulen passiert,

00:01:06.880 --> 00:01:08.520
in Kommunikation zu bleiben.

00:01:08.520 --> 00:01:11.720
Und auf diese Art und Weise
haben wir Zusagen von allen

00:01:11.720 --> 00:01:13.280
international Kolleg*innen.

00:01:13.280 --> 00:01:14.840
Module einzusetzen.

00:01:14.840 --> 00:01:15.200
Nachdem sie

00:01:15.200 --> 00:01:16.920
uns auch ausführlich Feedback gegeben
haben,

00:01:16.920 --> 00:01:19.000
nachdem wir in Workshops zusammengekommen
sind.

00:01:19.000 --> 00:01:21.480
Und wir haben aber auch schon
Durchführungen zu vermelden,

00:01:21.920 --> 00:01:24.640
etwa an den österreichischen Standorten.

00:01:29.360 --> 00:01:31.600
Für mich war besonders faszinierend,

00:01:31.600 --> 00:01:35.320
wie unterschiedlich
die Anwendungsmöglichkeiten sind.

00:01:36.520 --> 00:01:41.280
Auf der einen Seite habe ich diese
Materialien in den Modulen verwendet.

00:01:41.280 --> 00:01:44.400
In der klassischen universitären Lehre,
in der Allianz

00:01:44.400 --> 00:01:49.240
Ausbildung, auf der anderen Seite
aber auch in der Lehrer*innen-Fortbildung.

00:01:49.240 --> 00:01:52.040
Und an beiden Stellen
hat das eigentlich ausgesprochen

00:01:52.040 --> 00:01:54.320
gut funktioniert und wurde gut angenommen.

00:01:56.640 --> 00:01:57.360
Eine Sache,

00:01:57.360 --> 00:02:00.000
die mich dabei fasziniert hat, war,

00:02:00.640 --> 00:02:03.200
dass wir ganz offensichtlich

00:02:03.200 --> 00:02:05.840
von anderen Lernkulturen heute ausgehen.

00:02:06.480 --> 00:02:08.760
Die Module sind ja relativ offen.

00:02:08.760 --> 00:02:09.560
Ich persönlich war

00:02:09.560 --> 00:02:13.960
in meinem Studium gewohnt,
von einem fertigen Lehrbuch aus zu lernen.

00:02:13.960 --> 00:02:16.160
Das sind fertige Wahrheiten
drinnen gestanden.

00:02:17.400 --> 00:02:20.720
Und heute können Studierende,
aber offensichtlich auch

00:02:20.760 --> 00:02:23.920
jüngere Lehrerinnen und Lehrer
sehr gut damit umgehen

00:02:25.200 --> 00:02:27.720
Lernanlässe

00:02:28.000 --> 00:02:31.040
zu konsumieren, daraus zu produzieren

00:02:31.600 --> 00:02:36.440
und in dem Zug zu lernen.

00:02:40.400 --> 00:02:41.440
Der größte Erfolg ist

00:02:41.440 --> 00:02:44.000
neben dem Vorliegen von englischsprachigen
Übersetzungen

00:02:44.640 --> 00:02:47.480
dieser umfangreichen Module,
dass wir darüber

00:02:47.800 --> 00:02:51.760
in Kontakt und Kommunikation
über Kontinente hinweg treten konnten.

00:02:52.160 --> 00:02:55.480
Das heißt nicht nur wir, sondern auch
die Kolleg innen untereinander

00:02:55.800 --> 00:02:58.000
waren in Kontakt über Lehre.

00:02:58.000 --> 00:03:02.160
Und wir haben dann also Workshops gehabt
mit Kolleg*innen aus den USA,

00:03:02.160 --> 00:03:06.360
aus der Türkei, aus Chile,
aus Südkorea, aus Taiwan und eben aus

00:03:06.360 --> 00:03:10.360
Österreich zusammen
quasi an einem virtuellen Tisch

00:03:10.720 --> 00:03:13.040
und haben dann sehr wertvolles Feedback
erhalten.

00:03:13.200 --> 00:03:14.560
Und ich denke auch die Kolleg*innen

00:03:14.560 --> 00:03:18.720
untereinander
sehr wertvolle Anregungen bekommen.

00:03:24.200 --> 00:03:27.040
Das hybride Semester hat sich
eigentlich überhaupt nicht ausgewirkt,

00:03:27.720 --> 00:03:30.920
weil über die Open Educational Resources

00:03:31.240 --> 00:03:33.600
die Lehre ohnehin hybrid angelegt war,

00:03:34.320 --> 00:03:38.880
und zwar mit einem Einführungstermin,
der eine fachliche Einführung enthielt,

00:03:38.880 --> 00:03:43.160
eine Einführung in die Grundphilosophie
der Open Educational

00:03:43.160 --> 00:03:45.240
Resources und Lizenzen und ähnliche Dinge

00:03:46.960 --> 00:03:49.400
und schlussendlich
auch eine Bedienungsanleitung

00:03:49.440 --> 00:03:52.080
für die Open Educational Resources.

00:03:52.960 --> 00:03:55.160
Dann dazwischen

00:03:55.160 --> 00:03:58.160
eine Reihe von kleinen Beratungstermin,

00:03:58.200 --> 00:04:02.920
Rückmeldung, Terminen zu den Bearbeitungen
durch die Studierenden.

00:04:02.920 --> 00:04:07.800
Und dann gibt es einen finalen Termin,
der wieder synchron stattfindet.

00:04:08.880 --> 00:04:10.040
Insofern

00:04:10.480 --> 00:04:14.040
lässt sich das sowohl völlig digital
als auch völlig

00:04:15.880 --> 00:04:18.000
als auch in dieser hybriden Form abbilden.

00:04:18.480 --> 00:04:21.520
Und es hat eigentlich keinen Unterschied
gemacht, ob ich jetzt ein

00:04:23.280 --> 00:04:25.480
Corona-Semester habe oder

00:04:25.480 --> 00:04:28.640
kein Corona-Semester.

00:04:34.200 --> 00:04:35.840
Ich denke, ein wichtiges Augenmerk

00:04:35.840 --> 00:04:39.000
ist, dass man die technischen Hürden
frühzeitig in den Blick nimmt,

00:04:39.360 --> 00:04:40.800
dass selbst Kleinigkeiten

00:04:40.800 --> 00:04:44.520
manchmal den Spaß an der
Transferierbarkeit verderben können,

00:04:44.800 --> 00:04:46.480
die aber durchaus behebbar sind.

00:04:46.480 --> 00:04:49.040
Also da haben wir
einige Bugs aus dem Weg räumen können

00:04:49.720 --> 00:04:54.640
und ich glaube auch, dass es wichtig ist,
die Zeitabläufe nicht zu unterschätzen.

00:04:55.000 --> 00:04:57.800
Die Kommunikation mit den Kollegen
international erfordert

00:04:57.840 --> 00:05:00.520
einfach wirklich viel, viel Abstimmung.

00:05:00.840 --> 00:05:06.400
Und gerade die Frage von Implementierung
in Curricula kann sehr aufwendig sein

00:05:06.400 --> 00:05:09.040
und auch sehr langfristige Planung
an den Standorten erfordern.

00:05:09.480 --> 00:05:11.040
Auf der anderen Seite

00:05:11.040 --> 00:05:11.760
haben wir dann natürlich

00:05:11.760 --> 00:05:15.000
die schöne Möglichkeit,
dass zum Beispiel der Kollege aus Südkorea

00:05:15.480 --> 00:05:18.080
bereits in seinem Curriculum
diesen didaktischen Ansatz

00:05:18.240 --> 00:05:20.240
der reflexiven Medienarbeit drin hat

00:05:20.560 --> 00:05:23.800
und dass er jetzt natürlich auch ganz
dankbar war für das Material, was er dann

00:05:23.800 --> 00:05:25.920
dazu auch noch mitbekommen hat.

00:05:25.920 --> 00:05:29.520
Ich würde im Wesentlichen versuchen,

00:05:30.720 --> 00:05:32.280
ein bisschen stärker zu trennen

00:05:32.280 --> 00:05:35.880
vor dem Hintergrund dieser kulturellen
Unterschiede

00:05:38.160 --> 00:05:39.680
auf internationaler Ebene.

00:05:39.680 --> 00:05:41.040
Das heißt,

00:05:42.200 --> 00:05:46.400
wir verwenden zwar alle soziale Medien,
aber an unterschiedlichen Orten verwenden

00:05:46.400 --> 00:05:49.840
wir unterschiedliches soziale Medien
oder in unterschiedlichen Ausprägungen.

00:05:49.840 --> 00:05:52.240
Auch bei den Geometrien ist das der Fall.

00:05:52.240 --> 00:05:54.800
Und insofern würde ich sehr stark trennen

00:05:54.800 --> 00:05:58.080
zwischen einer konzeptuellen

00:05:59.760 --> 00:06:00.520
Lehre

00:06:00.520 --> 00:06:04.840
und auf der anderen Seite
dem praktisch der praktischen Umsetzung.

00:06:05.040 --> 00:06:09.520
Die konzeptuelle Dimension
kann man an jedem Ort gleich verwenden.

00:06:10.120 --> 00:06:14.040
Die praktische Umsetzung
müsste man dann sozusagen im Sinne der OER

00:06:15.240 --> 00:06:17.160
am jeweiligen Standort anpassen.

00:06:17.160 --> 00:06:20.840
An die üblichen Gepflogenheiten dort.

00:06:24.720 --> 00:06:27.960
Den Kolleginnen und Kollegen
möchte ich insbesondere den Tipp geben,

00:06:28.520 --> 00:06:30.840
den Studierenden und ihren Interessen

00:06:31.400 --> 00:06:34.680
und ihrer Fähigkeit, aus Lernanlässen

00:06:35.400 --> 00:06:38.520
etwas zu machen, zu vertrauen.

00:06:38.520 --> 00:06:40.200
Wir sind als Universitätslehrer

00:06:40.200 --> 00:06:44.480
sehr oft der Meinung,
unsere eigene Lehre ist nahezu ideal.

00:06:44.960 --> 00:06:49.240
Wir haben sie über Jahrzehnte hinweg
entwickelt.

00:06:49.240 --> 00:06:54.280
Aber es geht nicht darum,
was wir den Studierenden an Input geben,

00:06:54.280 --> 00:06:58.560
sondern was die Studierenden aus
Lernanlässen konstruieren.

00:06:58.760 --> 00:07:00.960
Und da braucht es Vertrauen.

00:07:00.960 --> 00:07:04.320
Und die Erfahrungen aus unserem Projekt,

00:07:05.120 --> 00:07:08.160
würde ich
meinen, sind ein guter Beleg dafür.

00:07:08.280 --> 00:07:11.440
Das Wichtige ist,
dass die Sprache in den Blick genommen

00:07:11.440 --> 00:07:15.240
wird als Möglichkeit,
eine Brücke zu schlagen,

00:07:15.240 --> 00:07:18.800
auch zwischen verschiedenen Perspektiven,
auch auf internationaler Ebene

00:07:19.040 --> 00:07:21.520
und auch zur Horizonterweiterung
für die Studierenden.

00:07:21.840 --> 00:07:23.680
Und dass man sich
nicht abschrecken lassen soll

00:07:25.040 --> 00:07:26.360
davon, dass viele Studierende

00:07:26.360 --> 00:07:29.680
vielleicht sich zunächst mit der Lingua
franca Englisch etwas schwertun.

00:07:30.000 --> 00:07:31.560
Es gibt technische Möglichkeiten.

00:07:31.560 --> 00:07:32.880
Es gibt die Möglichkeit,

00:07:32.880 --> 00:07:36.200
gegenseitig unterstützend zu arbeiten
untereinander, bei den Studierenden.

00:07:36.440 --> 00:07:37.440
Und ich glaube

00:07:37.440 --> 00:07:40.920
trotzdem daran, dass englische
Übersetzungen von Lernmaterialien

00:07:41.280 --> 00:07:42.680
ein Schlüssel sind,

00:07:42.680 --> 00:07:46.280
dann auch den Blick zu erweitern und
internationale Kommunikation zu fördern.

00:07:46.800 --> 00:07:51.480
Und man kann dann natürlich auch
weiterdenken über andere Übersetzungen.

00:07:51.480 --> 00:07:53.120
Aber ich denke schon,
dass es sehr wichtig ist,

00:07:53.120 --> 00:08:03.120
dass unsere Studierenden international
in Kontakt kommen.
