WEBVTT

00:00:08.566 --> 00:00:16.232
Die Herausforderung des digIcon-Projektes bestand darin, ein moodlebasiertes E-Learning-Szenario für den Workshop Kunstwissenschaft 

00:00:16.233 --> 00:00:22.899
zu machen. Dieser Workshop Kunstwissenschaft wird von Masterstudierenden im Lehramt Kunst 

00:00:22.900 --> 00:00:30.900
verpflichtend besucht. Das Ziel dieser digitalen Workshop-Entwicklung war es, durch den user- aber auch vor allem kompetenzorientierten 

00:00:30.900 --> 00:00:39.166
Einsatz von digitalen Medien und Bildwerkzeugen, eine kritische Reflexion über das digitale Bild anzuregen, aber auch eben 

00:00:39.166 --> 00:00:44.166
die Rolle der Kunst im Zeitalter der sozialen Medien neu zu beleuchten. 

00:00:44.166 --> 00:00:53.899
Ich wollte wissen, dient der digitale Ansatz der Kunstgeschichtsforschung oder steht er ihm eher so ein bisschen gegenüber, weil es ist 

00:00:53.900 --> 00:01:01.733
schon so ein Diskurs in der Kunstgeschichte, gerade auch ein sehr aktueller, geht etwas verloren, wenn ich das Digitale mit einschließe 

00:01:01.733 --> 00:01:09.966
oder nützt das der Kunstgeschichte und aus diesem Grunde wollte ich sehen, ja, was gibt es überhaupt für Möglichkeiten in der digitalen 

00:01:09.966 --> 00:01:18.066
Kunstgeschichte, was gibt es an digitalem überhaupt auch in der Kunst selbst und da es im klassischen Kunstgeschichtsstudium 

00:01:18.066 --> 00:01:25.632
eigentlich so ist, dass das Digitale eher so ein bisschen ausgeklammert ist, fand ich es eben sehr spannend, daran beteiligt zu sein, das so 

00:01:25.633 --> 00:01:26.999
ein Stück weit zu ändern. 

00:01:33.133 --> 00:01:40.799
Faszinierend für mich war vor allem in der Recherchephase zu entdecken, wie viele digitale Kunstgeschichts- und auch Kulturerbe-

00:01:40.800 --> 00:01:48.133
Projekte bereits erfolgreich auf den Weg und auch auf den Markt gebracht wurden. Und am bekanntesten ist ja wohl die Web-Anwendung 

00:01:48.133 --> 00:01:54.866
Google Arts and Culture, aber es gibt so viel mehr in diesem Bereich. Ich möchte eben vor allem nochmal erwähnen auch Augmented 

00:01:54.866 --> 00:02:03.532
Reality Anwendungen, da wäre zu erwähnen die Bildanimationsapp Artify mit der wir auch im Seminar gearbeitet haben. Dann auf sehr 

00:02:03.533 --> 00:02:11.533
verschiedene Technologien, die in den Bereich des 3D-Mappings von Museen auch und Kulturinstitutionen betreffen, wie nicht zuletzt 

00:02:11.533 --> 00:02:18.533
auch Instrumente eben zur Kulturanalytik von sehr großen Bilddatenmengen und ich denke, das es gerade diese sehr 

00:02:18.533 --> 00:02:25.299
anwendungsbezogene Entwicklungen im digitalen Bereich sind durch die digitale Kunstgeschichte und auch die Bildwissenschaft 

00:02:25.300 --> 00:02:32.866
neue Impulse bekommt und das sie auch neue Kompetenzen im digitalen Bereich für Lehrende wie auch Lernende erforderlich 

00:02:32.866 --> 00:02:34.132
machen.

00:02:34.133 --> 00:02:42.399
Wir haben im Rahmen des Projekts gesehen, dass die Digitalität tatsächlich ganz neue Zugänge zu Kunst ermöglicht und das war für 

00:02:42.400 --> 00:02:49.066
mich das Spannende. Also es gibt beispielsweise eine Anwendung namens HyperImage mit deren Hilfe man ein Gemälde 

00:02:49.066 --> 00:02:57.532
annotieren kann, also man macht inhaltliche Details ausfindig und kann diese innerhalb der Anwendung markieren und kommentieren. Also 

00:02:57.533 --> 00:03:04.866
ich kann direkt vor Ort in dieser Anwendung hinein zoomen in das Gemälde, kann ganz kleine Details entdecken, kann dazu etwas 

00:03:04.866 --> 00:03:12.732
schreiben, wissenschaftliche Hinweise setzen, vielleicht auch aus wissenschaftlicher Literatur, ich kann gemeinsam mit anderen 

00:03:12.733 --> 00:03:21.133
Kunsthistoriker*innen daran arbeiten in dieser Anwendung und das kann ich natürlich vor einem Original nicht, auf diese Weise 

00:03:21.133 --> 00:03:30.066
zumindest nicht und für mich war deshalb besonders faszinierend, dass aller Kritik in unserem Fach zum Trotz, die Digitalität doch 

00:03:30.066 --> 00:03:35.232
eine sehr große Bereicherung vorstellen kann, auf die man sich vielleicht auch erstmal einlassen muss. 

00:03:41.000 --> 00:03:47.600
Für mich persönlich der größte Erfolg des Projektes war zu sehen, wie sehr die Motivation der Studierenden im Zuge des 

00:03:47.600 --> 00:03:56.266
Semesters auch anstieg. Sie haben sich extrem intensiv mit den verschiedenen digitalen Kunstproduktions- , Kunstvermittlungs- und 

00:03:56.266 --> 00:04:01.999
auch Anwendungsformaten auseinandergesetzt; das fand ich wirklich auch beachtlich, wie viel Zeit sie persönlich investiert 

00:04:02.000 --> 00:04:11.166
haben, eben in diese Arbeit. Vor allem dann auch in der zweiten Phase, da ging es um eine teambasierte, eigene Projektentwicklung, 

00:04:11.166 --> 00:04:18.266
haben sie extrem viel Experimentierfreude gezeigt. Sie haben gezeigt, natürlich auch als Kunststudierende, wie kreativ sie im Umgang 

00:04:18.266 --> 00:04:24.166
sind, sowohl bei der Ideenentwicklung für Projekte als auch deren Umsetzung in die Praxis.

00:04:24.166 --> 00:04:32.932
Ich war zunächst einmal sehr beeindruckt von diesem großen Einfallsreichtum der Studierenden hinsichtlich ihrer eigenen Ideen 

00:04:32.933 --> 00:04:42.066
in dieser, in einer zweiten Phase, die teambasierte Projektphase. Es war eine unglaublich kreative Umsetzung einer, also der 

00:04:42.066 --> 00:04:51.999
erlernten Theorie in die Praxis hinein. Umso inspirierender war es aber dann tatsächlich zu sehen, dass die eigenen Projekte direkt auf die 

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reale Umsetzung in der Schulpraxis ausgerichtet waren. Also wir hatten hier Lehramtsstudierende und es war unglaublich 

00:04:59.666 --> 00:05:08.499
schön zu sehen, dass da viele digitale Vermittlungsformate in diesen Ideen der Studierenden steckten, für ihre zukünftigen 

00:05:08.500 --> 00:05:18.066
Schulklassen und daran wird schon sehr diese positive Nachwirkung von digICon deutlich. Eben nicht nur hinsichtlich der Relevanz des 

00:05:18.066 --> 00:05:25.932
Themas digitale Kunst- und Bildgeschichte, sondern eben auch hinsichtlich des Vermittlungserfolgs,  und dieser 

00:05:25.933 --> 00:05:33.899
Transfermöglichkeit des digitalen Lehr-Lernformats. Und das fand ich sehr schön, dass das wirklich so ne zukunftsgerichtete 

00:05:33.900 --> 00:05:37.133
Auswirkung, dass das schon absehbar ist. 

00:05:43.866 --> 00:05:49.532
Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen wurde aus dem hybriden Semester ein rein digitales Lehr-Lern-

00:05:49.533 --> 00:05:57.699
Semester. Aber dennoch haben wir versucht, das geplante Blended-Learning-Szenario auch in den virtuellen Raum zu transferieren. Das 

00:05:57.700 --> 00:06:04.600
heißt, wir hatten eben digitales Selbstlernphasen für die Studierenden im Wechsel dann mit digitalen Präsenzphasen, die 

00:06:04.600 --> 00:06:10.000
dazu führten, eben auch die Gruppenpräsentation zu halten und in eine vertiefte Diskussion einzusteigen. 

00:06:17.100 --> 00:06:25.033
Für zukünftige Lehrveranstaltungen nehme ich die wirklich sehr positiven Erfahrungen mit forschender Lehre mit und zwar auch im 

00:06:25.033 --> 00:06:33.033
Format des moodlebasierten Blended Learnings. Was ich sehr positiv empfunden habe, war die Entwicklung von freien 

00:06:33.033 --> 00:06:40.433
Auswahlmöglichkeiten, von offenen, aber auch sehr vorstrukturierten Aufgabenstellungen für die Studierenden in der ersten digitalen 

00:06:40.433 --> 00:06:48.433
Selbstlernphase. Es hat sich eben auch gezeigt, dass es gut ist, eine gewisse digitale Vielfalt an Lernangeboten zur Verfügung zu 

00:06:48.433 --> 00:06:54.599
stellen, damit Studierende auswählen können und dadurch eben auch eine Motivationssteigerung erzielt werden kann. Auf 

00:06:54.600 --> 00:07:02.266
der anderen Seite fand ich es sehr produktiv, eng mit dem ZHQE zusammen zu arbeiten. Wir haben eine mehrschrittige 

00:07:02.266 --> 00:07:11.166
Lernevaluationsstudie auch durchgeführt und die Möglichkeit bestand eben, so auch sehr eng den Lehr-Lernprozess mit den 

00:07:11.166 --> 00:07:12.266
Studierenden abzustimmen.

00:07:17.933 --> 00:07:23.999
Meinen Kolleginnen und Kollegen würde ich vor allem empfehlen, mit sehr viel Herzblut, auch Verstand und auch 

00:07:24.000 --> 00:07:31.766
Experimentierfreudigkeit, sich auf die digitale Lehre einzulassen. Und sich vor allem auch für die Innovationsräume, gerade im Bereich der 

00:07:31.766 --> 00:07:41.666
digitalen Geistes- und Kulturwissenschaften zu öffnen. Ich fand, dass in der digitalen Lehre sehr wirksam auch ein Theorie-Praxis-Transfer 

00:07:41.666 --> 00:07:50.666
gelingen konnte, dass eben auch eine digitale Medienkompetenz entwickelt wurde und auch eine selbstkritische Medienreflexion gelungen 

00:07:50.666 --> 00:07:51.232
ist.

00:07:51.233 --> 00:08:00.333
Ich würde Dozierenden definitiv ans Herz legen, den Studierenden mehr zuzutrauen, sowohl im Hinblick auf Selbstständigkeit und 

00:08:00.333 --> 00:08:08.599
Kreativität als auch tatsächlich hinsichtlich ihrer Lernmotivation. Es hat sich einfach jetzt in diesem Projekt auch ganz wunderbar gezeigt, 

00:08:08.600 --> 00:08:17.533
dass eine größere Vielfalt an Lehrmaterialien und Themen in Verbindung mit offenen aber klar vorstrukturierten Aufgaben eine enorme 

00:08:17.533 --> 00:08:24.333
Motivation für Studierende darstellen kann, weil sie dann nämlich nach Interesse und Neugier wählen können und dieses selbstständige, 

00:08:24.333 --> 00:08:34.533
kreative Erschließen führt wiederrum zu einer viel intensiveren Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Gegenstand und was ich halt eben 

00:08:34.533 --> 00:08:42.933
besonders schön fand und das kann ich nur jedem empfehlen, daraus entsteht ein ganz neuer fruchtbarer Wissensaustausch; nicht nur 

00:08:42.933 --> 00:08:50.866
zwischen den Studierenden untereinander, sondern auch mit den Lehrenden, weil Aspekte vielleicht auftauchen oder Studierende auf 

00:08:50.866 --> 00:08:55.132
Bereiche und Problemstellungen stoßen, die man selber vielleicht gar nicht so vor Augen hatte.

