WEBVTT

00:00:00.000 --> 00:00:05.733
(Hintergrundmusik)

00:00:08.333 --> 00:00:14.999
Ich habe ein Blended-Learning-Konzept für Baudynamik entwickelt. Baudynamik ist ein Pflichtfach im Master-Studiengang 

00:00:15.000 --> 00:00:20.733
Bauingenieurwesen und das ist ein theoretisch recht anspruchsvolles Fach, was aber gleichzeitig auch einen recht starken 

00:00:20.733 --> 00:00:26.066
Praxisbezug hat. Wir haben, um das Nacharbeiten der Studenten und das Verständnis zu verbessern, sogenannte 

00:00:26.066 --> 00:00:33.066
interaktive Selbstlerneinheiten entwickelt und in diesen Selbstlerneinheiten werden verschiedene Elemente miteinander 

00:00:33.066 --> 00:00:40.399
kombiniert. Das ist zum einen Anschauungsmaterial, was der Motivation dient, dann interaktive Simulationen und 

00:00:40.400 --> 00:00:48.666
Rechenaufgaben. Außerdem habe ich ein sogenanntes Inverted-Classroom-Modul für Baudynamik entwickelt und hier haben wir uns 

00:00:48.666 --> 00:00:54.066
ein konkretes Thema herausgegriffen, was in sich abgeschlossen ist und dafür das Material 

00:00:54.066 --> 00:00:57.266
zum Selbststudium vorbereitet und dann den eigentlichen Inverted Classroom durchgeführt. 

00:00:57.266 --> 00:01:02.432
(Hintergrundmusik)

00:01:02.433 --> 00:01:09.166
Das Faszinierende an dem Projekt war, für mich zu sehen, wie der Inverted Classroom wirkt. In diesem Inverted Classroom haben wir 

00:01:09.166 --> 00:01:15.599
sozusagen den Studierenden eine realitätsnahe Aufgabe hingelegt, mit der wir versucht haben, die Studierenden in die Rolle 

00:01:15.600 --> 00:01:21.066
des Tragwerksplaners zu versetzen. Wir haben die Übung nur zu dritt betreut und haben nur Fragen beantwortet, auch kein Material 

00:01:21.066 --> 00:01:28.999
wiederholt und das war für alle eine Herausforderung, aber es war wirklich faszinierend zu sehen, wie die Studierenden 

00:01:29.000 --> 00:01:34.933
sich öffnen, wie eine ganz neue Dynamik in dem Klassenraum entsteht und wie mit solchen Sachen ein ganz anderes Lernverhalten 

00:01:34.933 --> 00:01:40.733
stattfindet und tatsächlich so so eine Art Rollentausch vonstattengeht.

00:01:40.733 --> 00:01:46.433
(Hintergrundmusik)

00:01:46.733 --> 00:01:52.566
Ja, der Erfolg des Projekts, der liegt für mich zum einen darin, dass die Studierenden diese Inverted-Classroom-Aktivität sehr gut 

00:01:52.566 --> 00:01:59.399
annehmen, also dass viele Studierende tatsächlich auch Schein-Teilnehmen und sich sehr stark engagieren und zum anderen ist der 

00:01:59.400 --> 00:02:04.333
Erfolg dadurch messbar, dass wir gemeinsam mit dem Zentrum für Hochschulqualitätsentwicklung eine qualitative 

00:02:04.333 --> 00:02:11.799
Evaluation durchgeführt haben und aus dieser Evaluation kommt sehr deutlich raus, dass die Mehrheit der Studierenden ganz klar sagen, 

00:02:11.800 --> 00:02:16.066
dass sie das Gefühl haben, sie haben nach der Veranstaltung mehr gelernt, also sie nehmen tatsächlich mehr mit 

00:02:16.066 --> 00:02:18.466
und das ist für mich der größte Erfolg. 

00:02:18.466 --> 00:02:24.799
(Hintergrnusmusik)

00:02:24.800 --> 00:02:32.666
Ich würde in diesem konkreten Projekt mehr Betonung auf den Inverted Classroom legen. Dort noch vielleicht zusätzliche Aktivitäten 

00:02:32.666 --> 00:02:41.066
entwickeln und das Feedback einarbeiten, aber weniger in die Selbstlernaktivitäten investieren. Das liegt vor allem daran, dass ich bei dem 

00:02:41.066 --> 00:02:47.066
Inverted Classroom sehr positiv erfahren habe, wie das wirklich wirkt, wie das sich auch didaktisch lohnt, während die 

00:02:47.066 --> 00:02:52.666
Selbstlernaktivitäten sind sozusagen die werden zur freiwilligen Nutzung zur Verfügung gestellt und es gibt leider immer noch zu 

00:02:52.666 --> 00:02:57.566
wenige Studierende, die das nutzen. Von daher würde ich das Projekt ein wenig anders fokussieren.

00:02:57.566 --> 00:03:02.066
(Hintergrnusmusik)

00:03:02.066 --> 00:03:07.566
Kolleginnen und Kollegen, die gerne Lernvideos produzieren wollen, würde ich raten, dass es ganz wichtig ist, 

00:03:07.566 --> 00:03:15.332
sich von vornherein um die Qualität des Audiosignals zu kümmern, besorgen Sie sich das richtige Equipment und testen Sie als 

00:03:15.333 --> 00:03:19.566
erstes, wie gut die Tonqualität ist. Man macht die Aufnahmen sonst viele Male, lernt bei jedem Mal etwas dazu. 

00:03:19.566 --> 00:03:28.132
Zweitens ist es wichtig, dass die Lernvideos nicht zu lang sind und dann würde ich Ihnen gerne noch raten, geben Sie den 

00:03:28.133 --> 00:03:33.899
Hollywoodanspruch auf, also es muss überhaupt nicht perfekt sein und auch nicht alles bunt und animiert, es geht um den Inhalt 

00:03:33.900 --> 00:03:38.800
und aus dem Feedback der Studierenden ist es sehr klar rausgekommen, dass sie also kaum kritisieren, 

00:03:38.800 --> 00:03:43.133
wenn man sich zum Beispiel mal verspricht; man wirkt dadurch im Gegenteil authentischer. 

00:03:43.133 --> 00:03:52.166
(Hintergrundmusik)

