Tallinn und Riga als Pioniere digitaler Alltags- und Bildungswelten. Eine Exkursion zwischen Materialität und Virtualität.

Tallinn und Riga als Pioniere digitaler Alltags- und Bildungswelten. Eine Exkursion zwischen Materialität und Virtualität.

Institut für Sachunterricht

Organisationseinheit

Bachelor, Lehramt

Studienform

Format

01/2018 bis 12/2019

Förderzeitraum

Die Exkursion Tallinn und Riga als Pioniere digitaler Alltags- und Bildungswelten ist im Sachunterricht im Lehramtsstudium angesiedelt. Ziel der Exkursion war es, gestützt mithilfe digitaler Medien, Riga und Tallinn, die selbst Blaupausen für Smart Cities sind, zu erschließen. Während Exkursionen bisher traditionell ausschließlich als sinnlich-leibliches Erleben betrachtet wurden, wird durch den Einbezug des Digitalen die Vielfalt der Perspektiven auf Räume größer. Die Exkursion wurde in eine durch Blended Learning gekennzeichnete Vor- und Nachbereitung eingebettet.

Exkursionen sind bisher in der Ausbildung zum Sachunterricht Mangelware, obwohl sie ein geeigneter Anlass zum Perspektivwechsel der Studierenden sind. Digitale Informationen bieten zusätzliche Perspektivwechsel, da unser alltäglicher Raum durch digitale Informationen angereichert wird und unser Raumerleben prägt. In der Exkursion nach Tallinn und Riga werden die digitalen Informationen als Erlebens- und Erkenntnisquelle ernst genommen, sodass die Idee der originalen Begegnung mit einem Lerngegenstand durch Exkursionen mit der Digitalisierung der Lebenswelt verbunden wird. Tallinn und Riga sind dabei als Smart Cities Städte, die stark durch Digitalisierung geprägt sind.

Die Exkursion wird in eine durch Blended Learning gekennzeichnete Vor- und Nachbereitung eingebettet. Digitales Lernen ist deutlich präsenter als bisher, auch während der Exkursion. Vermittelt werden theoretische Modelle des Zusammenspiels von Raum, Medium und Subjekt, Praxisbeispiele der analog-digitalen Vernetzung von Lebenswelten sowie die Produktion eigener Lernumgebungen. Anwendung finden Methoden der Datenerhebung wie Mapping mit Tablets, GPS-Tracking, sprachlich gestütztes kognitives Kartieren, verschiedene Formen und Aufzeichnungsmodi von Interviews und visuelle Protokolle. Methoden der Dokumentation, Darstellung und didaktischen Aufbereitung sind Präsentationstools und -modi wie Story Maps, Prezi, H5P-Videos und analog-digitale Modelle (Mashup aus Hands-on Materialien und digitalen Inhalten) sowie Lernumgebungen wie Geocaching, virtuelle Exkursionen und Moodle, die in ihrem Mehrwert jeweils kritisch diskutiert werden. Im Vorfeld der Exkursion werden Kenntnisse in Medientheorie und Mediendidaktik, sozialwissenschaftlichen Raumtheorien und deren didaktischer Inwertsetzung im Rahmen zweier Präsenzsitzungen sowie im Literaturstudium erlangt und vertieft. Letzteres wird durch eine Lernplattform mit Studierenden-vernetzenden Arbeitsanregungen und -foren und Konsultationsangebote (auch über Adobe Connect) begleitet. In Kleingruppen findet anschließend eine Zuordnung zu einem von vier Themenschwerpunkten statt, zu denen in Tallinn und Riga jeweils Expert*innen kontaktiert und eigenständige Untersuchungen vor Ort durchgeführt werden. Aus diesen Daten entwickeln die Studierenden anschließend in iterativen, durch Feedback-Runden, Dozierenden- und Peer-Feedback geprägten Prozessen Bausteine für ein digitales Lernmodul für die Plattform digiLL. Hierbei werden sowohl fertige Bausteine als auch Zwischenstufen und Leistungen als Feedback-Geber*innen an vorher definierten, auf formulierte Kompetenzen bezogenen Kriterien zur Gesamtbewertung der Leistung eines*r einzelnen herangezogen.

Insgesamt erwies es sich als essentiell wie auch erhellend, digitale Quellen direkt in die Exkursion einzubinden. Allerdings ist eine ständige Metaebene auf eigenes Erleben und digitale Information notwendig, um alle sehr heterogenen Perspektiven in einem sozialen Lernen zusammenzubringen. Größere Schwierigkeiten ergaben sich in der Entwicklung der OER mit den Studierenden – hier muss deutlich mehr Zeit investiert werden in technische Grundlagen, die didaktischen Grundlagen von OER und überhaupt in die sozialen Implikationen von OER und OEP.

Zuletzt aktualisiert: Nov. 27, 2025

  • Prof. Dr. Inga Gryl

    Fakultät für Geisteswissenschaften

    Institut für Sachunterricht

    inga.gryl@uni-due.de

    (0201) - 183 6926