Im Prozess des Protokollschreibens werden drei Phasen durchlaufen. In der ersten Phase verfassen die Studierenden ihr eigenes Protokoll. In der anschließenden zweiten Phase erfolgt die gegenseitige Beurteilung in Form eines student-peer-assessments. Dies geschieht anhand vorab definierter formaler und inhaltlicher Kriterien, welche im Seminar erarbeitet werden und in einem Bewertungsbogen zusammengefasst werden. So erhalten die Studierenden die Gelegenheit, sich gegenseitig bei der Erstellung der Protokolle zu unterstützen, ihre eigenen Fähigkeiten in der fachlichen und fachdidaktischen Analyse des Experimenteinsatzes zu verbessern und ihre Bewertungskompetenz zu fördern. Die Beurteilung erfolgt in moodle mit der Funktion „Gegenseitige Beurteilung“. In Phase drei korrigieren die Studierenden ihre Protokolle basierend auf der erhaltenen Rückmeldung und reichen abschließend ihr Protokoll bei ihren Dozierenden ein. Im Verlauf des Semesters wird dieser Prozess insgesamt fünfmal durchlaufen.
Für eine Analyse des Erfolgs dieses Vorgehens werden zunächst die Schwierigkeiten der Studierenden bei der Erstellung einer ersten Version des Protokolls mithilfe eines Kodiermanuals erfasst. Im Anschluss werden die erstellten Rückmeldungen im student-peer-assessment mithilfe eines zweiten Kodiermanuals analysiert. Basierend auf den erhaltenen Daten werden die Progression in der Fähigkeit, Experimente für den Chemieunterricht sowohl aus fachlicher als auch fachdidaktischer Perspektive zu analysieren, im Verlauf des Semesters für einzelne Studierende sowie für die gesamte Kohorte dargestellt.