Partizipative OER Entwicklung zur Förderung studentischer Vernetzungs- und Digitalisierungskompetenzen in einer „Geospatial society“

Partizipative OER Entwicklung zur Förderung studentischer Vernetzungs- und Digitalisierungskompetenzen in einer „Geospatial society“

Institut für Sachunterricht

Organisationseinheit

Bachelor, Lehramt

Studienform

Förderprogramm / Auszeichnung

03/2021 bis 10/2022

Förderzeitraum

Das Projekt macht die im Rahmen des Projektes DiGEO (digeo-oer.net) an der Universität Duisburg Essen entwickelten OER’s durch Übersetzung auf Englisch international anwendbar und evaluiert deren Anwendbarkeit mit Projektpartnern auf 4 Kontinenten. Darüber hinaus berät es internationale Partner hinsichtlich der Einbindung der Lernumgebungen in lokale Curricula und trägt zur überregionalen Sichtbarkeit der UDE bei. Gleichzeitig erleichtert es die Einbindung von Gaststudierenden an deutschsprachigen Universitäten, indem optional die Selbstlernmodule in einer geläufigen Sprache verfügbar sind.

Im Rahmen des Verbundprojektes DiGEO wurden an den Standorten Frankfurt, Köln und Duisburg-Essen je 10-12 Module erstellt und evaluiert, die eine mündige Geomediennutzung der Lehramtsstudierenden und in der Folge auch der Schüler:innen fördern sollen. Das gegenständliche Projekt sollte eine weitere Verbreitung dieser qualitätsgesicherten Module ermöglichen und auch die Möglichkeiten einer internationalen Transferierbarkeit dieser OERs ausloten. Gleichzeitig wurden damit Anlässe geschaffen, Universitätslehrende in der Lehramtsausbildung zu einem Themenbereich, in dem die Universität Duisburg-Essen eine anerkannte Reputation aufweist, zusammen zu binden und weitere wissenschaftliche Kooperationsmöglichkeiten und gemeinsame Aktivitäten zu entwickeln.

Die übersetzten OERs sprechen dabei insbesondere Lehramtsstudierende des Lehramts Primarstufe aus einer geographischen Perspektive sowie des Unterrichtsfaches Geographie in der Sekundarstufe an und bieten fachspezifische Zugänge zur Digitalisierung. Dabei kommt zum Tragen, dass die zugrundeliegende Lehr- und Forschungskompetenz bei weitem nicht an allen Universitätsstandorten gegeben ist, schulisch-curriculare Setzungen in vielen Fällen aber fachliche Zugänge zu Phänomenen der Digitalisierung einfordern. Die ineinander verschränkten Projekte bieten dabei transferierbare (Selbst-)Lerneinheiten, die an Universitäten in Südkorea, der Türkei, Chile, den USA, Österreich und Deutschland implementiert wurden.

Im Rahmen des Projekts wurden Lernumgebungen aufbereitet, die sich mit einer mündigen Nutzung von Geomedien auseinandersetzen. Geomedien werden bewusst oder unbewusst nahezu alltäglich benutzt, sei es im Rahmen der Ortungsfunktion von Mobiltelefonen, im Rahmen von Routenplanungen oder im Rahmen alltäglicher Überwachung. Dadurch ist Unterricht zur informierten und kritischen Nutzung von Geomedien auch für die Primar- und Sekundarstufe ein wesentliches Desiderat. Die an der UDE entwickelten Materialien setzen sich dabei insbesondere die Unterstützung von Reflexion und Reflexivität der Geomediennutzung zum Ziel.

Der grundsätzliche Aufbau der Lernumgebungen erfolgte in DiGEO und ist am Konzept der Open Educational Ressources orientiert. Entsprechend war das Ziel, fundierte Lernanlässe zu gestalten, auf deren Basis Lernende wissen und Kompetenzen konstruieren können, und weniger die Gestaltung eines Online Lehrbuches.

Dennoch wurde darauf geachtet, dass jedes Modul einen ähnlichen Aufbau hat, der durch einen möglichst vielfältigen Medieneinsatz unterstützt wurde. Jedes Modul enthält dabei eine Einführung und Grundlagentexte, sowie einen Bereich mit Vorschlägen von Arbeitsaufträgen, die explizit für neue lokale Umsetzungen und Anwendungsumgebungen (z.B. Lehramtsstudierende unterschiedlicher Schulstufen, aber auch Lehrer:innenfortbildung angepasst werden können und sollen. Hinzu kommen in den meisten Modulen Film- bzw. Tondokumente, die von Studierenden der UDE erstellt, und im Übersetzungsprozess untertitelt wurden, sowie Quizzes für Selbsttests. Der Studierendenseitige Aufwand beträgt für jede OER gleichermaßen etwa 180 Minuten.

Die Materialien sind dabei über OpenUDE zugänglich und werden – obwohl natürlich kopier- und veränderbar – in der Originalversion doret vorgehalten. Implementationen an anderen Universitäten würden im Idealfall die Materialien an diesem Ort belassen, die Betreuung und Beurteilung jedoch im jeweils universitätseigenen Lernmanagementsystem durchführen. Entsprechend verbleibt die Betreuung und Beurteilung der Lehrveranstaltung, die sich ganz oder teilweise auf die übersetzten OERs stützt, im Rahmen der anbietenden Universität. Dabei können – aufgrund des nichtaufbauenden Charakters – die OERs in nahezu beliebiger Auswahl kombiniert werden.

Als didaktische Inwertsetzung hat sich nicht ein reiner Selbstlernzugang als günstig herausgestellt, sondern ein hybrides Konzept im Sinn eines inverted classroom, in dem die bearbeiteten studentischen Arbeitsaufträge nachbesprochen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Erste Durchführungen ganzer Lehrveranstaltungen auf Basis der entwickelten OERs erfolgten an den Universitäten Duisburg-Essen, Innsbruck und Wien und wurden sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden ausgesprochen positiv evaluiert.

Im Projekt wurden sowohl positive Erfahrungen gemacht, als auch solche, die einer weiteren Bearbeitung bedürfen.

Studierendenseitig wurden sowohl die Materialien als auch die teilweise synchrone, teilweise asynchrone Bearbeitung gerade mit der Erfahrung der „Coronasemester“ ausgesprochen positiv beurteilt. Hierzu liegen Daten aus 7 evaluierenden Fokusgruppeninterviews mit insgesamt 58 studentischen Proband:innen vor.

  • Auch an deutschsprachigen Universitäten bieten die OER-Übersetzungen ein zusätzliches Service für nicht-deutschsprachige Gaststudierende.
  • Der Transfer zwischen universitären Lernmanagementsystemen, insbesondere solchen, die nicht auf moodle beruhen, verlangt nach einer klaren Trennung zwischen Content – bereitgestellt über die Universität Duisburg Essen – und der lokalen Betreuungs- und Beurteilungsumgebung.
  • Die unterschiedliche Verbreitung von Geomedienplattformen in unterschiedlichen Ländern / Kulturen suggeriert eine zusätzliche Trennung zwischen konzeptionellem Content und einer lokal kompatiblen technischen Umsetzung (zusätzlich zur angesprochenen Trennung zwischen Content- und Betreuungsumgebung).
  • Das Projektkonsortium hat sich auf eine weitere wissenschaftliche Kooperation im Rahmen einer internationalen Tagung (AAG 2023) geeinigt.

In den folgenden Semestern (Studienjahr 2022/23) werden die OERs an den Universitäten Duisburg-Essen, Wien und Innsbruck jeweils fast vollumfänglich eingesetzt, an anderen Universitätsstandorten des Konsortiums nach Maßgabe der Curricula zumindest teilweise. Eine mittelfristige Nachhaltigkeit des Projektes ist entsprechend belegbar. Inwiefern die Materialien auch im Sinn des OER Gold Standards weiterentwickelt werden, ist aktuell noch nicht absehbar, dieser Zugang wurde von Studierenden jedenfalls eingefordert.

Zuletzt aktualisiert: Dez. 5, 2025

  • Prof. Dr. Inga Gryl

    Fakultät für Geisteswissenschaften

    Institut für Sachunterricht

    inga.gryl@uni-due.de

    (0201) - 183 6926

  • Dr. Thomas Jekel

    Fakultät für Geisteswissenschaften

    Institut für Sachunterricht

    Thomas.jekel@uni-due.de

    +43 664 91 73 680