Im Rahmen des Projekts wurden Lernumgebungen aufbereitet, die sich mit einer mündigen Nutzung von Geomedien auseinandersetzen. Geomedien werden bewusst oder unbewusst nahezu alltäglich benutzt, sei es im Rahmen der Ortungsfunktion von Mobiltelefonen, im Rahmen von Routenplanungen oder im Rahmen alltäglicher Überwachung. Dadurch ist Unterricht zur informierten und kritischen Nutzung von Geomedien auch für die Primar- und Sekundarstufe ein wesentliches Desiderat. Die an der UDE entwickelten Materialien setzen sich dabei insbesondere die Unterstützung von Reflexion und Reflexivität der Geomediennutzung zum Ziel.
Der grundsätzliche Aufbau der Lernumgebungen erfolgte in DiGEO und ist am Konzept der Open Educational Ressources orientiert. Entsprechend war das Ziel, fundierte Lernanlässe zu gestalten, auf deren Basis Lernende wissen und Kompetenzen konstruieren können, und weniger die Gestaltung eines Online Lehrbuches.
Dennoch wurde darauf geachtet, dass jedes Modul einen ähnlichen Aufbau hat, der durch einen möglichst vielfältigen Medieneinsatz unterstützt wurde. Jedes Modul enthält dabei eine Einführung und Grundlagentexte, sowie einen Bereich mit Vorschlägen von Arbeitsaufträgen, die explizit für neue lokale Umsetzungen und Anwendungsumgebungen (z.B. Lehramtsstudierende unterschiedlicher Schulstufen, aber auch Lehrer:innenfortbildung angepasst werden können und sollen. Hinzu kommen in den meisten Modulen Film- bzw. Tondokumente, die von Studierenden der UDE erstellt, und im Übersetzungsprozess untertitelt wurden, sowie Quizzes für Selbsttests. Der Studierendenseitige Aufwand beträgt für jede OER gleichermaßen etwa 180 Minuten.
Die Materialien sind dabei über OpenUDE zugänglich und werden – obwohl natürlich kopier- und veränderbar – in der Originalversion doret vorgehalten. Implementationen an anderen Universitäten würden im Idealfall die Materialien an diesem Ort belassen, die Betreuung und Beurteilung jedoch im jeweils universitätseigenen Lernmanagementsystem durchführen. Entsprechend verbleibt die Betreuung und Beurteilung der Lehrveranstaltung, die sich ganz oder teilweise auf die übersetzten OERs stützt, im Rahmen der anbietenden Universität. Dabei können – aufgrund des nichtaufbauenden Charakters – die OERs in nahezu beliebiger Auswahl kombiniert werden.
Als didaktische Inwertsetzung hat sich nicht ein reiner Selbstlernzugang als günstig herausgestellt, sondern ein hybrides Konzept im Sinn eines inverted classroom, in dem die bearbeiteten studentischen Arbeitsaufträge nachbesprochen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Erste Durchführungen ganzer Lehrveranstaltungen auf Basis der entwickelten OERs erfolgten an den Universitäten Duisburg-Essen, Innsbruck und Wien und wurden sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden ausgesprochen positiv evaluiert.