Leben in Duisburg-Marxloh

Leben in Duisburg-Marxloh

Institut für Soziologie

Organisationseinheit

Master

Studienform

Förderprogramm / Auszeichnung

04/2020 bis 03/2021

Förderzeitraum

Das Projekt Leben in Duisburg-Marxloh baut auf zwei Lehrforschungsprojekten und der Arbeit des daraus entstandenen Lab Marxloh auf. Mit dem Projekt wird das Ziel verfolgt, eigenständiges Forschen von Studierenden unter beratender Begleitung der Lehrenden anhand eines den Studierenden unmittelbar zugänglichen und aus ihrem Alltag bekannten Forschungsgegenstand zu ermöglichen. Die Studierenden haben einen quantitativ angelegten Fragebogen entwickelt sowie eine qualitative Befragung der Marxloher Bevölkerung durchgeführt.

Der inhaltliche Fokus der Lehrforschungsprojekte lag bisher vorrangig auf qualitativen Erhebungs- und Auswertungsverfahren, anhand derer die lokalen Geschäftsstrukturen der Hochzeitsmeile (Projekt Hochzeitsgeschäfte in Marxloh) sowie das Image des Stadtteils (Projekt Duisburg-Marxloh: Die Herstellung eines Problemviertels) in Bezug auf die Berichterstattung in regionalen und überregionalen Medien und das Engagement von einzelnen Personen aus dem Bezirk in den Blick genommen und analysiert wurden.

Das Projekt Leben in Duisburg-Marxloh als Weiterentwicklung erweitert den inhaltlichen Fokus auf die Bewohner*innen des Viertels, indem die Marxloher Bevölkerung quantitativ und qualitativ befragt wird. Im Mittelpunkt steht die Komplexität der Forschung in einer diversen Nachbarschaft, die den Studierenden die Reflexion über die Herausforderungen und Grenzen der empirischen Methoden der Sozialforschung gestattet.

Zentrale Lern- und Erfahrungsgegenstände des Lehrforschungsprojekts
Die methodische Diversität innerhalb der soziologischen Forschung ist ein zentraler Lern- und Erfahrungsgegenstand des Lehrforschungsprojekts: Die Studierenden erweitern in der direkten Anwendung ihre Kenntnisse zu qualitativen und quantitativen Forschungsabläufen, Erhebungs- und Analyseverfahren. Sie lernen, welche Fragestellungen sich durch welche Verfahren (besser) erforschen lassen und werden durch die gemeinsame Bearbeitung im Seminar (mixed-method) für die Besonderheiten der jeweiligen Verfahren sensibilisiert.

Ein weiterer zentraler Lern- und Erfahrungsgegenstand ist die Bedeutung von migrationsbedingter, sprachlich-kultureller Diversität für die empirische Sozialforschung: Die Studierenden erarbeiten, wie mit diesen Herausforderungen umgegangen werden kann und wie Sozialforschung in diversen Kontexten möglich wird; auch indem Studierende ihre eigenen sprachlichen und kulturellen Kompetenzen in den Forschungs- und soziologischen Reflexionsprozess einbringen.

 

Acht Phasen des Projekts
Das Lehrforschungsprojekt Leben in Duisburg-Marxloh wurde in acht Phasen umgesetzt:

  1. Einstieg in das Thema, Recherche und Reflexion über das eigene Wissen, Vorstellungen und Vorurteile in Zusammenhang mit Duisburg-Marxloh
  2. Einstieg in die theoretische Debatte (Stand der Forschung, Konkretisierung der Forschungsthemen – Gruppe A: Multikultur; Gruppe B: Kriminalitätsfurcht, Definition der Fragestellung)
  3. Erstellung des Forschungsplans und der Forschungsinstrumente (Gruppe 1: Qualitatives Verfahren – Ethnographie; Gruppe 2: Quantitatives Verfahren – Online Survey)
  4. Datenerhebung und -aufbereitung (unter Corona-Bedingungen)
  5. Datenauswertung (u.a. Verknüpfung qualitativer und quantitativer Daten)
  6. Darstellung der Forschungsergebnisse
  7. Verfassen des Forschungsberichts
  8. Ergebnispräsentation auf der Abschlussveranstaltung für die Öffentlichkeit

An der abschließenden Online-Abschlussveranstaltung nahmen fast 60 Gäste teil. Die anschließende Diskussion und die Chat-Beiträge unterstrichen die Relevanz der studentischen Forschung. Es wurden neue Ideen für weitere Projekte in Partnerschaft mit außeruniversitären Organisationen aufgeworfen. Die Studierenden wurden ermutigt, auch weiterhin zu forschen und ihre Masterarbeit oder ihre Promotion mit der Unterstützung der engagierten Bürger zu Duisburg-Marxloh zu schreiben.

Zuletzt aktualisiert: Nov. 27, 2025

  • Dr. Glaucia Peres da Silva

    Universität Tübingen

    glaucia.peres-da-silva@uni-tuebingen.de

  • Prof. Dr. Helen Baykara-Krumme

    Fakultät für Gesellschaftswissenschaften

    Institut für Soziologie

    helen.baykara@uni-due.de

    (0203) - 379 2705