Empirical Finance: Implementierung eines Inverted-Classroom-Konzepts

Empirical Finance: Implementierung eines Inverted-Classroom-Konzepts

Lehrstuhl für Finance

Organisationseinheit

Master

Studienform

Förderprogramm / Auszeichnung

Format

01/2016 bis 12/2016

Förderzeitraum

In der Masterveranstaltung „Empirical Finance“ erörtern die Studierenden aktuelle Themen aus der Finanzwirtschaft, wenden ökonometrische Methoden bei konkreten finanzwirtschaftlichen Fragestellungen an und diskutieren empirische Forschungsarbeiten. Im Sinne eines Inverted-Classroom-Konzepts erarbeiten die Studierenden kollaborativ durch den Einsatz eines Online-Forums wissenschaftliche Artikel im Hinblick auf Inhalt und Methodik außerhalb der Lehrveranstaltung. Die Präsenzzeit kann dadurch zunehmend für vertiefende Diskussionen und Rückfragen zu den Artikeln genutzt werden. Zusätzlich nutzen die Studierenden die Statistiksoftware Stata, um die in der Lehrveranstaltung kennengelernten Methoden praktisch anzuwenden.

Das generelle Ziel des Projekts besteht darin, die Studierenden stärker in die Lehrveranstaltung und in den Prozess des Erlernens von Inhalten und Methoden zu integrieren. Durch das eigenständigere Erarbeiten der Inhalte soll eine individuellere Wahl des Lerntempos stattfinden und die Kompetenz des Selbstlernens hinsichtlich finanzwirtschaftlicher Inhalte und ökonometrischer Methoden wird erhöht. Des Weiteren wird durch die teilweise Verlagerung der Arbeitsphasen mehr Raum für Diskussionen innerhalb der Präsenzphasen geschaffen. Die Selbstlernphasen sowie die Präsenzveranstaltungen werden dabei durch verschiedene digitale Lehr-Lernmaterialien, Tools und wissenschaftliche Artikel unterstützt.

In der Lehrveranstaltung wurde ein Inverted-Classroom-Konzept umgesetzt, in dessen Vordergrund die selbstständige Erarbeitung der Vorlesungsinhalte außerhalb des Hörsaales durch die Studierenden stand. Die Präsenzzeit diente somit nicht mehr primär der direkten Vermittlung von Lehrinhalten, sondern der Klärung von offenen inhaltlichen und methodischen Fragen sowie der gemeinsamen Anwendung und Diskussion der erworbenen Kenntnisse. Abbildung 1 veranschaulicht den Ablauf in der Veranstaltung:

Abbildung 1: Ablauf in der Veranstaltung

Über das Semester verteilt wurden fünf wissenschaftliche Artikel behandelt. Für jeden der behandelten Artikel wurden im Rahmen einer Präsenzveranstaltung durch den Dozenten die benötigen theoretischen und methodischen Grundlagen erläutert. Anschließend erarbeiteten sich die Studierenden in Kleingruppen außerhalb der Präsenzphasen die Inhalte des jeweiligen Artikels. Durch den Einsatz eines Online-Forums wurde ein kollaboratives Arbeiten ermöglicht, sodass methodische und inhaltliche Rückfragen bereits außerhalb der Präsenzphase besprochen werden konnten. Zusätzlich erhielten die Studierenden Stata-Übungsaufgaben, welche die eingesetzte Methodik jedes Artikels in vereinfachter Form widerspiegelten. In der darauffolgenden Präsenzveranstaltung wurde der Artikel durch die zuständige Kleingruppe präsentiert. Es wurden Rückfragen gestellt und vertiefte Diskussionen geführt.

Insgesamt hat das Projekt die grundlegende Kommunikationsatmosphäre zwischen den Studierenden und den Lehrkräften verändert. Es gab keinen einseitigen Frontalunterricht, sondern einen zweiseitigen Austausch zwischen Lehrkräften und Studierenden. Die Lehrkräfte standen für Fragen der Studierenden zur Verfügung und versuchten individuell dort Hilfe zu leisten, wo bei der Erarbeitung der Lehrinhalte Schwierigkeiten auftraten. Hier erfolgte der Einsatz der Feedback‐Software Pingo. Die Studierenden gaben Feedback zum eigenen Lernerfolg, sodass die Lehrkräfte jederzeit Kenntnis zum Stand der Teilnehmer hatten und Defizite ausräumen konnten.

Die Studierenden haben sich auf das neue Konzept eingelassen und während der Selbstlernphasen ihre Artikel inhaltlich erarbeitet, sodass die Präsenzphasen für die vertieften Diskussionen genutzt werden konnten. Dies zeigte sich vor allem durch die gestellten Fragen seitens der Studierenden, wodurch eine vertiefte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Artikeln und Methodiken ermöglicht wurde. Das Moodle-Forum wurde von den Studierenden während der Selbstlernphasen weniger genutzt, um sich auszutauschen. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass die Studierenden sich über andere Kanäle wie beispielsweise WhatsApp oder Facebook austauschen.

Zuletzt aktualisiert: Nov. 28, 2025

  • Prof. Dr. Martin Thomas Hibbeln

    Mercator School of Management (BWL)

    Lehrstuhl für Finance

    martin.hibbeln@uni-due.de

    (0203) - 379 2830