Didaktischer Werkzeugkasten für digitale Tools: Eine systematische Toolsammlung für die Hochschullehre an der UDE

Didaktischer Werkzeugkasten für digitale Tools: Eine systematische Toolsammlung für die Hochschullehre an der UDE

Fakultät

Rhine-Ruhr Institute of Information Systems

Organisationseinheit

Bachelor, Master

Studienform

Förderprogramm / Auszeichnung

05/2025 bis 05/2026

Förderzeitraum

Der Digitale Didaktik-Werkzeugkasten ist eine systematisch aufbereitete Sammlung digitaler Tools für die Hochschullehre an der UDE. Er stellt Lehrenden aller Fakultäten praxisorientierte Werkzeuge vor, von Audience-Response-Systemen über kollaborative Whiteboards bis hin zu Gamification-Plattformen. Jedes Tool wird mit Kurzbeschreibung, Empfehlungen für die Nutzung und konkreten Einsatzszenarien vorgestellt. Der Werkzeugkasten versteht sich als lebendiges Dokument, das kooperativ weiterentwickelt und ergänzt wird.

Die Digitalisierung verändert die Hochschullehre grundlegend. Lehrende stehen vor der Herausforderung, aus einer wachsenden Vielfalt digitaler Werkzeuge die passenden für ihre Lehrveranstaltungen auszuwählen. Gleichzeitig ist die Zeit für didaktische Weiterbildung oft begrenzt. Viele Dozierende wünschen sich einen schnellen, niederschwelligen Überblick darüber, welche Tools es gibt, was sie können und wie sie sich konkret in der eigenen Lehre einsetzen lassen, ohne sich durch einzelne Produktwebseiten, Blogbeiträge oder Konferenzberichte arbeiten zu müssen.

Genau hier setzt der Digitale Didaktik-Werkzeugkasten an: Er bündelt erprobte und moderne digitale Tools, ordnet sie nach didaktischen Einsatzzwecken und macht sie durch eine einheitliche Struktur schnell vergleichbar. Das Ziel ist es, Hochschuldozierenden an der UDE einen Möglichkeitenraum aufzuzeigen, sodass man schnell auf Ideen und geeignete Tools kommen kann, unabhängig von Fachrichtung und bisheriger digitaler Erfahrung.

Eine typische Ausgangssituation: Eine Lehrperson stellt fest, dass sich in ihrer Vorlesung mit 120 Studierenden kaum jemand aktiv beteiligt. Sie weiß, dass es digitale Tools gibt, die helfen könnten, aber eine eigene Recherche kostet Zeit, die im Semesteralltag fehlt. „Welches Tool ist kostenlos? Welches funktioniert bei dieser Gruppengröße? Ist es DSGVO-konform? Und wie aufwändig ist die Einrichtung wirklich?“

Genau hier setzt der Werkzeugkasten an. Die Lehrperson schlägt sieht in der Übersicht die Kategorie „Audience Response & Live-Umfragen“, schlägt sie auf, liest den einleitenden Text zum didaktischen Hintergrund und findet dort verschiedene Tools im direkten Vergleich. Innerhalb weniger Minuten kann sie eine fundierte Entscheidung treffen und das Tool noch für die nächste Sitzung einsetzen.

Der Werkzeugkasten ist als strukturiertes Nachschlagewerk konzipiert, das Tools nach ihrem primären Einsatzzweck in der Lehre kategorisiert. Aktuell umfasst er sieben Kategorien: Audience Response und Live-Umfragen, Quiz und Assessment, Kollaboration und digitale Whiteboards, Feedback und Evaluation, Peer Learning und Diskussion, Gamification und Aktivierung sowie Virtuelle Räume und Interaktion.

Jede Kategorie beginnt mit einem einleitenden Text, der den didaktischen Kontext erläutert und die enthaltenen Tools benennt. Jedes einzelne Tool wird anschließend auf knapp einer Seite nach einem einheitlichen Schema beschrieben: Kurzbeschreibung, Übersichtstabelle mit Schlüsselinformationen (Kosten, Gruppengröße, Zeitaufwand, Lernziel), konkrete Einsatzszenarien aus der Hochschullehre, eine Gegenüberstellung von Vorteilen und Nachteilen sowie Praxistipps für den Einstieg. Ein Glossar zentraler didaktischer Fachbegriffe rundet den Werkzeugkasten ab.

Bei der Auswahl der Tools wurde besonderer Wert auf kostenlose oder für den Bildungsbereich vergünstigte Angebote gelegt. Datenschutzaspekte, insbesondere DSGVO-Konformität, werden bei jedem Tool transparent gemacht. Der Werkzeugkasten berücksichtigt bewusst auch weniger bekannte, aber hochwertige Open-Source-Alternativen aus dem deutschsprachigen Hochschulkontext. Gerade Particify zeigt exemplarisch, dass es für kommerzielle Anbieter oft eine vollwertige, datensparsame Alternative gibt.

Entscheidend ist: Der Werkzeugkasten ist kein abgeschlossenes Produkt, sondern dafür gedacht, kooperativ weiterentwickelt und ergänzt zu werden. Neue Tools oder Kategorien können entstehen, bestehende Einträge können aktualisiert oder entfernt werden. Die Sammlung bildet einen lebendigen Möglichkeitenraum, der mit der sich wandelnden digitalen Landschaft mitwächst und Lehrenden an der UDE als gemeinsame Wissensressource dient.

Der Werkzeugkasten wurde mit dem Anspruch entwickelt, Lehrenden einen möglichst niederschwelligen Zugang zu digitalen Lehr-Tools zu bieten. Die einheitliche Struktur pro Tool, insbesondere die Übersichtstabelle und die konkreten Einsatzszenarien, hat sich als besonders hilfreich erwiesen, um schnell einschätzen zu können, ob ein Werkzeug für die eigene Veranstaltung geeignet ist.

Erste Rückmeldungen zeigen, dass vor allem die Praxistipps und die Gegenüberstellung von Vorteilen und Nachteilen als besonders nützlich wahrgenommen werden, weil sie ehrliche Einschätzungen statt reiner Produktbeschreibungen bieten. Die Kategorisierung nach didaktischem Einsatzzweck (statt nach Produktnamen oder Anbieter) hilft Lehrenden, die noch kein bestimmtes Tool im Blick haben, sondern eine didaktische Herausforderung lösen möchten.

Für die Weiterentwicklung wäre es durchaus hilfreich, den Werkzeugkasten in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und durch Erfahrungsberichte von Lehrenden an der UDE zu ergänzen. Eine kooperative Pflege durch mehrere Personen würde sicherstellen, dass der Werkzeugkasten aktuell bleibt und unterschiedliche Fachperspektiven einfließen.

Der didaktische Werkzeugkasten ist über folgenden Moodle-Kurs zugänglich:
https://lehre.moodle.uni-due.de/course/view.php?id=13803

Zuletzt aktualisiert: Apr. 22, 2026

  • Falco Korn

    Fakultät für Informatik

    Rhine-Ruhr Institute of Information Systems

    falco.korn@uni-due.de

    (0201) - 183 7126