Empirical Finance: Implementierung eines Inverted-Classroom-Konzepts


In aller Kürze

In der Masterveranstaltung Empirical Finance erörtern die Studierenden aktuelle Themen aus der Finanzwirtschaft, wenden ökonometrische Methoden bei konkreten finanzwirtschaftlichen Fragestellungen an und diskutieren empirische Forschungsarbeiten. Im Sinne eines Inverted-Classroom-Konzepts erarbeiten die Studierenden kollaborativ durch den Einsatz eines Online-Forums wissenschaftliche Artikel im Hinblick auf Inhalt und Methodik außerhalb der Lehrveranstaltung. Die Präsenzzeit kann dadurch zunehmend für vertiefende Diskussionen und Rückfragen zu den Artikeln genutzt werden. Zusätzlich nutzen die Studierenden die Statistiksoftware Stata, um die in der Lehrveranstaltung kennengelernten Methoden praktisch anzuwenden.

Inverted Classroom Modell

Beim Inverted Classroom oder auch Flipped Classroom handelt es sich um ein Modell, bei dem die Lernaktivitäten der Studierenden innerhalb und außerhalb der Veranstaltungsräume vertauscht werden. Während die Studierenden üblicherweise während der Präsenzzeit Inhalte vermittelt bekommen, die dann zuhause geübt werden, erfolgt beim Inverted Classroom die Erarbeitung der (häufig digitalen) Inhalte (z.B. Videos) im Selbststudium beispielsweise in Heimarbeit. In der Präsenzveranstaltung wird die Zeit dann zur gemeinsamen Vertiefung, für Nachfragen, zum Austausch, für Gruppenarbeiten und zur Diskussion genutzt. Den Studierenden wird so ermöglicht, Lerninhalte in ihrem eigenen Lerntempo nach ihrer eigenen Lernstrategie zu erarbeiten. Für die Lehrenden bietet der Inverted Classroom die Chance, Lehrveranstaltungen lernendenzentrierter und effektiver zu gestalten und auf Schwierigkeiten der Studierenden detaillierter eingehen zu können.

Weiterführendes Material:
Vorlesung verkehrt, aber richtig – Uni Marburg

Qualitatives Lehrfeedback

Qualitative, dialogorientierte Feedbackmethoden unterstützen Lehrende dabei, handlungsorientierte Rückmeldungen zur Lehr-Lern-Situation einzuholen. Zu Beginn des Semesters bieten sich bspw. Erwartungsabfragen an, um herauszufinden, welche Themen den Studierenden besonders wichtig sind oder welches Vorwissen mitgebracht wird. Ein Zwischenfeedback zur Mitte des Semesters bietet sich an, wenn bspw. ein inhaltlicher Meilenstein in der Lehre erreicht wurde oder auch wenn die Zusammenarbeit ins Stocken kommt. Die Lehrenden können auf Basis der studentischen Rückmeldungen mit den Studierenden über das Lehr-Lern-Klima ins Gespräch kommen und gemeinsam Veränderungen ausarbeiten. Das Abschlussfeedback bietet die Chance, die Lehrveranstaltung gemeinsam zu reflektieren und Anregungen für die Weiterentwicklung für Studium und Lehre zu erhalten. Studierende profitieren ebenfalls: Sie reflektieren ihr eigenes Lernverhalten und haben die Chance, ihre Bedürfnisse und ggf. Probleme zu äußern.

Beispiel Teaching Analysis Poll (TAP)

Das TAP ist eine strukturierte Methode, die Lehrende dabei unterstützt, Studierendenfeedback bereits während des laufenden Semesters einzuholen. Das Ziel eines TAPs ist es, spezifische handlungsorientierende Informationen zur Verbesserung einer konkreten Lehr- und Lernsituation zu erhalten. TAPs sind dabei für Lehrende aufwandsarm und wirkungsvoll zugleich: Sie erfahren, was die Studierenden beim Lernen unterstützt, was ihnen das Lernen erschwert und welche konkreten Vorschläge die Studierenden zur Verbesserung der Lehrveranstaltung haben. Eine geschulte Moderatorin bzw. ein geschulter Moderator führt das TAP in einer Sitzung der Lehrveranstaltung durch (Zeitaufwand: 30 Minuten). Die externe Moderation hat den Vorteil, dass die Studierenden evtl. konfliktbehaftete bzw. kritische Punkte in einer geschützten Atmosphäre äußern können und so keine Konfrontation mit der/dem Lehrenden entsteht. Der/die TAP-Moderator*in ist einerseits „Sprachrohr“ der Studierenden und unterstützt andererseits die Lehrenden bei der Auswertung der Ergebnisse. Dabei gilt das Prinzip der „Beratung ohne Ratschlag“, denn das TAP ist keine hochschuldidaktische Beratung, kann gleichwohl aber auch Ausgangspunkt einer solchen sein.

Weiterführendes Material:
Studierendenfeedback nutzen – Impulse für die Weiterentwicklung der Lehre gewinnen
Feedbackmethodenbar