Wenn Algorithmen zu Choreografien werden: Aktivierung und Wertschätzung in der Informatik-Lehre


In aller Kürze

In der Übung zur Erstsemestervorlesung Programmieren beschäftigen sich die Studierenden (ca. 150 TN) mit Algorithmen und Datenstrukturen. Die Studierenden wenden ihr in der Vorlesung erworbenes theoretisches Wissen auf praktische Aufgaben (z.B. Pistenpläne eines Skigebiets modellieren) an. In der Übung wird etwas Abstraktes wie ein Algorithmus in erlebte Bewegung oder Choreografie umgesetzt, um das räumliche Gedächtnis bzw. das Körpergedächtnis zu nutzen. Weitere zentrale Elemente der Übung sind die Orientierung an Coachingprozessen und die Einbindung von spielerischen Elementen. Ziel ist es, durch das eigene Tun eine subjektive Perspektive auf den Algorithmus zu ermöglichen. Das Lehrkonzept wurde 2017 mit dem UDE-Lehrpreis für hochschuldidaktische Innovationen in der Lehrpraxis prämiert.

Aktivierung in der Lehre

Aktivierung in der Lehre unterstützt die Studierenden beim Aufbau von nachhaltigem Wissen und Kompetenzen, da durch eigenaktives Handeln neue Inhalte besser in die bestehenden Wissensstrukturen aufgenommen werden können. Es erfolgt vertiefendes statt oberflächliches Lernen. Ebenso wird die Motivation der Studierenden gesteigert, wenn sie Inhalte nicht nur passiv konsumieren, sondern neu Erlerntes beispielsweise an praktischen Beispielen erproben. Studierende können während der Lehrveranstaltungen durch unterschiedliche Methoden oder auch Tools aktiviert werden, mitzudenken, sich zu beteiligen und miteinander zu lernen. Aktivierung kann zum Beispiel durch interaktive Smartboards, aktivierende Fragen (beispielsweise Coachingfragen), Abfragetools wie PINGO, Kleingruppenarbeit, Rollenspiele oder vieles mehr erfolgen.

Weiterführendes Material:
Aktivieren und Motivieren – Lehre laden – Ruhr Uni Bochum